Bundespolizeidirektion München: Nächste Schleusungsaktion vereitelt – Bundespolizei nimmt Pakistaner bei Mittenwald fest – Mutmaßlicher Schleuser wegen mehrerer Delikte angezeigt

Die Bundespolizei hat auf der B2 bei Mittenwald einen Pakistaner festgenommen. Der Mann wird beschuldigt

Mittenwald / Rosenheim (ots) –

Nicht einmal 24 Stunden nach Vereitelung einer gefährlichen
Einschleusung von sechs Irakern auf der Staatsstraße zwischen
Leutasch (Bezirk Innsbruck) und Mittenwald, hat die Bundespolizei am
Donnerstag (25. Juli) bei Grenzkontrollen in der Zugspitzregion
erneut einen mutmaßlichen Schleuser gefasst. Der pakistanische
Fahrer, der offenbar drei Landsleute gegen Bezahlung illegal über die
Grenze gebracht hatte, wurde auf der B2 bei Mittenwald festgenommen.
Seit Freitag befindet er sich in Untersuchungshaft. Die zuständige
Bundespolizeiinspektion in Rosenheim ermittelt allerdings nicht nur
wegen Einschleusens von Ausländern gegen den gesuchten Mann.

Wie seine drei Begleiter im Alter von 17, 31 und 34 Jahren konnte
sich auch der Fahrzeugführer gegenüber den Bundespolizisten nicht
ordnungsgemäß ausweisen. Der Pakistaner wurde daher nicht nur der
Schleuserei, sondern auch selbst der versuchten illegalen Einreise
beschuldigt. Da er eine italienische Asylkarte mitführte, war es
möglich, seine Personalien nachzuvollziehen. Wie sich rasch
herausstellte hatte das Amtsgericht Lindau Mitte 2017 gegen ihn einen
Strafbefehl wegen eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz
erlassen. Laut des entsprechenden Haftbefehls der Staatsanwaltschaft
Kempten hat der 41-Jährige noch eine Geldstrafe in Höhe von 650 Euro
zu zahlen oder ersatzweise eine 65-tägige Freiheitsstrafe zu
verbüßen.

Bei der Durchsuchung des mitgeführten Gepäcks entdeckten die
Bundespolizisten einen pakistanischen Führerschein des Fahrers. Die
Überprüfung des Dokuments ergab, dass es sich um eine Fälschung
handelt. Da der mutmaßliche Schleuser offenbar über keinen
Führerschein verfügt, wurde er wegen des Verschaffens beziehungsweise
der Einfuhr der falschen Urkunde und zudem wegen Fahrens ohne
Fahrerlaubnis angezeigt. Im Wagen fanden die Beamten schließlich noch
ein Einhandmesser, das zugriffsbereit in der Seitentüre lag. Daher
wurde auch einen Verstoß gegen das Waffengesetz zur Anzeige gebracht.

Ersten Erkenntnissen der Bundespolizei in Rosenheim zufolge soll
der Fahrzeugführer für die Beförderung der drei pakistanischen
Mitfahrer von Italien nach Deutschland mehrere hundert Euro kassiert
haben. Das aufgefundene Geld wurde sichergestellt. Die Bundespolizei
führte den mutmaßlichen Schleuser am Freitag beim Amtsgericht in
München vor. Dieses entschied, den Mann in Untersuchungshaft zu
nehmen. Er wurde in ein Münchner Gefängnis eingeliefert. Ferner ist
auf richterliche Anordnung hin der eine der beiden erwachsenen
Geschleusten in Zurückweisungshaft genommen worden. Der andere wurde
der zuständigen Ausländerbehörde zugeleitet. Dort wird bestimmt, ob
ein weiterer Verbleib im Land in Frage kommt. Der Minderjährige
konnte der Obhut des Jugendamtes in Garmisch-Partenkirchen anvertraut
werden.

[Ergänzend zu der dem aktuellen Fall vorausgegangenen Schleusung:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/64017/4332597]

Rückfragen bitte an:

Rainer Scharf
Bundespolizeiinspektion Rosenheim
Burgfriedstraße 34 – 83024 Rosenheim
Telefon: 08031 80 26 2200
E-Mail: bpoli.rosenheim.oea@polizei.bund.de

Die Bundespolizeiinspektion Rosenheim liegt an der Schnittstelle
zweier Hauptschleuserrouten, der Balkan- und der Brennerroute. In
einem rund 200 Kilometer langen Abschnitt des
deutsch-österreichischen Grenzgebiets begegnen die etwa 420
Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der illegalen Migration und gehen
vor allem gegen die Schleusungskriminalität vor. Der bahn- und
grenzpolizeiliche Verantwortungsbereich erstreckt sich auf die
Landkreise Miesbach, Bad Tölz-Wolfratshausen, Garmisch-Partenkirchen
sowie auf die Stadt und den Landkreis Rosenheim. Auf über 370
Bahnkilometern und in etwa 70 Bahnhöfen und Haltepunkten sorgen die
Bundespolizisten zwischen Chiemsee und Zugspitze für die Sicherheit
der Bahnreisenden. Weitere Informationen zur Bundespolizei erhalten
Sie unter www.bundespolizei.de oder oben genannter Kontaktadresse.

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