HZA-K: Tipps für einen erholsamen Urlaub ohne Ärger beim Zoll

Köln (ots) – Nächste Woche beginnen in NRW die großen
Sommerferien. Ferienzeit bedeutet Hauptreisezeit. Da sich bei vielen
Reisenden dann auch wieder die Frage stellt, welche
Urlaubsmitbringsel und Andenken aus dem Ausland mit nach Hause
gebracht werden dürfen, informiert der Zoll über Reisebestimmungen.

„Einen sehr guten Überblick über die wichtigsten Zollbestimmungen
können sich Reisende über unsere kostenlose Smartphone-App „Zoll und
Reise“ verschaffen. Die App funktioniert auch offline und ist daher
auch für den Urlaub im Ausland bestens geeignet. Zudem stehen unter
www.zoll.de umfassende Informationen zur Verfügung“, so Jens Ahland,
Pressesprecher des Hauptzollamts Köln.

Reisefreimengen

Bei der Einreise aus Nicht-EU-Ländern, aus steuerlichen
Sondergebieten (zum Beispiel Kanarische Inseln oder britische
Kanalinseln) und von der Insel Helgoland dürfen mitgebrachte Waren zu
nichtgewerblichen Zwecken innerhalb der folgenden Mengen- und
Wertgrenzen pro Person abgabenfrei nach Deutschland eingeführt
werden:

– Tabakwaren, wenn der Einführer mindestens 17 Jahre alt ist

200 Zigaretten oder 100 Zigarillos oder 50 Zigarren oder 250 Gramm
Rauchtabak oder eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren

– Alkohol und alkoholhaltige Getränke, wenn der Einführer
mindestens 17 Jahre alt ist

1 Liter Spirituosen mit einem Alkoholgehalt von mehr als 22
Volumenprozent oder unvergällter Ethylalkohol mit einem Alkoholgehalt
von 80 Volumenprozent oder mehr oder 2 Liter Alkohol und alkoholische
Getränke mit einem Alkoholgehalt von höchstens 22 Volumenprozent oder
eine anteilige Zusammenstellung dieser Waren und 4 Liter nicht
schäumende Weine und 16 Liter Bier

– Kraftstoffe

für jedes Motorfahrzeug die im Hauptbehälter befindliche Menge und
bis zu 10 Liter in einem tragbaren Behälter

– andere Waren

bis zu einem Warenwert von insgesamt 300 Euro bei Flug- und
Seereisenden bis zu einem Warenwert von insgesamt 430 Euro bei
Reisenden unter 15 Jahren bis zu einem Warenwert von insgesamt 175
Euro Die Waren, für die eine besondere Mengengrenze gilt, werden beim
Warenwert nicht mit ein-gerechnet.

Reisen innerhalb der EU unterliegen grundsätzlich keinen
Beschränkungen. Eine Ausnahme besteht allerdings für sogenannte
Genussmittel (zum Beispiel Branntwein, Bier, Tabak) und
Energieerzeugnisse, für die EU-weit nationale Verbrauchsteuern
erhoben werden. Für entsprechende Waren sind daher auch bei Reisen in
der EU bestimmte Vorschriften und Mengen zu beachten.

– Arzneimittel

Bei der Einreise oder Wiedereinreise nach Deutschland dürfen
Arzneimittel in einer dem üblichen persönlichen Bedarf des Reisenden
entsprechenden Menge eingeführt werden. Als üb-licher persönlicher
Bedarf ist dabei ein Bedarf für maximal drei Monate je Arzneimittel,
unter Berücksichtigung der Dosierungsempfehlungen, anzusehen. Hierbei
kommt es nicht darauf an, ob die Arzneimittel bereits aus Deutschland
mitgenommen wurden und hierher zurück verbracht werden oder ob sie im
Ausland erworben wurden. Ebenfalls ist es unerheblich, ob die
Arzneimittel in Deutschland zugelassen beziehungsweise registriert
sind.

Es gibt jedoch auch Arzneimittel, die selbst für den eigenen
Bedarf von Reisenden nicht nach Deutschland verbracht werden dürfen.
Hierunter fallen gefälschte Arzneimittel, zum Beispiel die Nachahmung
eines am Markt bereits zugelassenen Arzneimittels, welches aber nicht
vom eigentlichen Hersteller stammt.

– Artenschutz

Zum Schutz der bedrohten Tier- und Pflanzenwelt rät der Zoll, auf
Reisesouvenirs aus Tieren oder Pflanzen zu verzichten. Durch den Kauf
derartiger Waren tragen Touristen – meist un-wissend – dazu bei, dass
der Bestand vieler Arten weltweit gefährdet ist.

Der Handel mit geschützten Tieren und Pflanzen, Teilen davon oder
Waren daraus ist streng reglementiert. Verstöße werden konsequent
verfolgt. Im Fall des Falles müssen Sie mit der Einziehung der Waren
und hohen Bußgeldern oder gar Strafen rechnen.

Welche Tiere und Gegenstände besonders geschützt sind finden Sie
unter www.artenschutz-online.de.

– Kulturgüterschutz

Kulturgüter kann ein Urlauber nicht unbedingt auf den ersten Blick
erkennen. Kulturgüter sind Gegenstände, die für die Archäologie,
Geschichte, Literatur, Kunst oder Wissenschaft ein be-deutungsvolles
Gut darstellen. Hierzu zählen seltene Mineralien, auch Antiquitäten,
bedeuten-de Bücher, Bilder und Zeichnungen. Diese unterliegen in
vielen Ländern sehr strengen Ausfuhrbeschränkungen oder -verboten.
Wer aus dem Urlaub ein besonderes Souvenir mitbringen möchte, sollte
sich daher stets informieren, was man aus dem jeweiligen Land
mitneh-men darf und was nicht beziehungsweise gänzlich auf derartige
Souvenirs verzichten. – Produktpiraterie

Bekleidung, Fanartikel, Kosmetika, Taschen, Uhren und Ähnliches
namhafter Markenhersteller werden in den Urlaubsländern häufig zu
Billigpreisen angeboten. Aber Vorsicht! Viele solcher vermeintlichen
Schnäppchen entpuppen sich häufig als qualitativ minderwertige
Fäl-schungen, die sehr gesundheitsgefährdend sein können. So werden
beispielsweise nachgeahmte Textilien nicht selten mit giftigen
Farbstoffen hergestellt.

Der Zoll empfiehlt deshalb, im Urlaub auf den Kauf solcher Waren
zu verzichten.

– Barmittel

Zu beachten ist auch, dass mitgeführte Barmittel (Bargeld und
Wertpapiere) ab 10.000 Euro oder mehr bei der Einreise in die
Europäische Union oder Ausreise aus der EU eigenständig und ohne
Aufforderung schriftlich beim Zoll angemeldet werden müssen. Damit
soll die Geldwäsche bekämpft und die Finanzierung terroristischer
Vereinigungen verhindert werden. Innerhalb der EU müssen beim
Grenzübertritt mitgeführte Barmittel im Wert von 10.000 Euro oder
mehr nur nach Aufforderung mündlich angezeigt werden. Wer mitgeführte
Barmittel nicht anmeldet oder unzutreffende beziehungsweise
unvollständige Angaben macht, handelt ordnungswidrig.

Rückfragen bitte an:

Hauptzollamt Köln
Pressesprecher
Jens Ahland
Telefon: 0221-27252-1176
E-Mail: presse.hza-koeln@zoll.bund.de
www.zoll.de

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