POL-ME: Aktionswoche gegen „falsche Polizeibeamte“ in Heiligenhaus: Polizei zieht positive Bilanz – Über 1.000 Beratungsgespräche geführt – Heiligenhaus – 1906152

Landrat Thomas Hendele beteiligte sich persönlich an der Aktionswoche in Heiligenhaus. - Foto: © Polizei Mettmann

Mettmann (ots) –

Die Kreispolizei Mettmann ist mit dem Verlauf ihrer polizeilichen
Aktionswoche gegen „falsche Polizeibeamte“ in Heiligenhaus mehr als
zufrieden (wir berichteten darüber unter anderem in der Pressemeldung
mit der Nummer OTS: 1906133; siehe Link:
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/43777/4306038).

„Wir konnten deutlich über 1.000 persönliche Gespräche mit
Seniorinnen und Senioren an der Haustür führen. Hinzu kamen etliche
Gespräche an unserem Info-Mobil. Dabei konnten wir nicht nur vor den
Maschen der Trickbetrüger warnen, sondern auch noch einmal den
Kontakt mit der Bevölkerung an sich intensivieren“, sagt Patricia
Aillaud, neue Wachleiterin aus Heiligenhaus. „Den häufigsten Satz,
den wir an den Haustüren zu hören bekamen, war: ‚Das kann mir nicht
passieren – ich weiß Bescheid‘. Doch hatten zwar viele Seniorinnen
und Senioren von der Masche der falschen Polizeibeamten gehört,
allerdings war ihnen nicht bewusst, wie professionell die Täter
vorgehen und welchen immensen Druck sie auf ihre Opfer ausüben“, sagt
die Einsatzleiterin der Aktionswoche.

Dass das Thema nach wie vor, trotz sinkender Fallzahlen, wichtig
ist, beweist folgender Sachverhalt, der sich tatsächlich am Mittwoch
(26. Juni 2019) in Heiligenhaus abgespielt hat: Gegen 11:20 Uhr
klingelte ein Mann bei einer 57 Jahre alten Frau in
Heiligenhaus-Mitte und gab an, ziviler Ermittler der Polizei
Heiligenhaus zu sein. Er zeigte der Frau vermeintlich mit Kreide
aufgemalte „Gaunerzinken“ an ihrer Hauswand und warnte vor
angeblichen Einbrechern im näheren Wohnumfeld. Um der Frau zu helfen
bot er ihr an, ihre Wertgegenstände an sich und damit in sichere
Verwahrung zu nehmen. Die aufmerksame Heiligenhauserin erkannte
jedoch den Betrugsversuch und informierte etwa 20 Minuten später die
echte Polizei. Eine sofort eingeleitete Fahndung führte nicht zu
einem schnellen Ermittlungserfolg für die Heiligenhauser Polizei.
Daher bitten die Ermittler nun um Zeugenhinweise unter der Rufnummer
02056 9312-6150.

Zu dem Mann liegt die folgende Personenbeschreibung vor:

– etwa 45 Jahre alt
– etwa 1,80 bis 1,85 Meter groß
– „stabile“ Figur
– schwarze Haare, Brille mit silbernem Gestell
– gepflegtes Äußeres
– trug ein weißes Hemd, Krawatte sowie eine schwarze Hose

Für Patricia Aillaud zeigt dieser Fall, wie einfallsreich die
Trickbetrüger – nicht nur am Telefon – mittlerweile vorgehen:
„Glücklicherweise hat die Frau richtig reagiert und ist nicht auf den
falschen Polizeibeamten hereingefallen. Sollten Sie von einem
vermeintlichen Polizeibeamten nach Wertgegenständen gefragt werden,
ist unser Rat ganz einfach: Beenden Sie das Gespräch! Legen Sie
einfach auf!“

Dies sind auch die Botschaften von Landrat Thomas Hendele und dem
Leitenden Polizeidirektor Manfred Frorath. Beide beteiligten sich in
dieser Woche persönlich an der Aktionswoche und führten
Beratungsgespräche am Info-Mobil während des Heiligenhauser
Wochenmarktes: „Das Thema ist nicht nur Chefsache bei der Polizei,
sondern soll Stadtgespräch werden. Wir müssen die Menschen warnen“,
sagt Thomas Hendele. Daher sollen die Aktionswochen demnächst auch in
Erkrath und Wülfrath durchgeführt werden. In den anderen Städten des
Kreises hat die Polizei seit März bereits mehrere Tausende
Seniorinnen und Senioren persönlich gewarnt und sensibilisiert.
Seitdem gab es im gesamten Kreis nur zwei vollendete Fälle von
Trickbetrug am Telefon durch „falsche Polizeibeamte“.

— Zum Hintergrund der Aktionswochen: —

Mit der Aktionswoche gegen „falsche Polizeibeamte“ reagiert die
Kreispolizei auf die seit Jahresbeginn deutlich gestiegenen
Fallzahlen von Trickbetrügereien am Telefon. Die Anrufer geben sich
dabei am Telefon als vermeintliche Kriminalbeamte, Staatsanwälte oder
andere Amtspersonen aus. Die Trickbetrüger setzen ihre Opfer, bei
denen es sich meist um Seniorinnen oder Senioren handelt, gezielt
unter Druck und tischen dabei Lügengeschichten auf, um an das
Ersparte oder an Wertgegenstände ihrer Betrugsopfer zu kommen.

Eine immer wieder angewandte Masche der Trickbetrüger ist es zum
Beispiel, wenn diese angeben, man habe in der Nachbarschaft eine
Einbrecherbande festgenommen. Bei einem der Festgenommenen habe man
eine Liste von potenziellen Einbruchszielen sichergestellt, auf der
auch der Name des/der Angerufenen auftauche. Da noch nicht alle
Mitglieder der Einbrecherbande dingfest gemacht worden seien, bieten
die falschen Polizeibeamten dann „höchst hilfsbereit“ an, das im Haus
befindliche Bargeld bzw. andere Wertsachen der Senioren in die
sichere Verwahrung zu nehmen, bis die letzten Komplizen ebenfalls
festgenommen wurden. Für die Übergabe wird dann ein ziviler
Kriminalbeamter angekündigt, der vorbeikommt, um die Sachen an sich
zu nehmen.

Wie perfide und überzeugend die Trickbetrüger bei ihren Anrufen
agieren, so dass sie damit nicht nur besonders alte Menschen
überzeugen können, zeigt ein Video der Münchner Polizei. Dieses steht
mit freundlicher Unterstützung der bayrischen Kollegen zur
Veröffentlichung bereit und ist auf einer Internetseite der Polizei
München, unter folgendem Internet-Link zu finden und für Jedermann
anzuschauen und herunterzuladen:

https://www.polizei.bayern.de/muenchen/schuetzenvorbeugen/kriminal
itaet/betrug/index.html/263152

— Die Polizei stellt klar: —

– Die Polizei nimmt niemals Bargeld (oder andere Wertgegenstände)
an sich, um es vor angeblichen Einbrecherbanden zu schützen.

– Außerdem ruft Sie die Polizei niemals zu Hause an, um Sie über
Ihre Vermögensverhältnisse auszufragen.

So können Sie sich vor falschen Polizeibeamten schützen:

– Seien Sie am Telefon aufmerksam: Wenn Sie einen solchen Anruf
erhalten, legen Sie am besten einfach auf: Auflegen ist nicht
unhöflich!

– Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen
Verhältnissen preis.

– Sprechen Sie mit Ihren älteren Angehörigen über die Masche der
Trickbetrüger!

– Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache
mit anderen Familienmitgliedern. Rufen Sie Ihre(n) Verwandte(n),
Bekannte(n) oder angeblich beteiligte Ämter und Dienststellen
unter der Telefonnummer zurück, die Sie auch bei

eigenveranlassten Gesprächen üblicher Weise wählen und besprechen
Sie die Angelegenheit noch einmal.

– Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte ungeprüft und ohne
Zeugen an unbekannte Personen.

– Informieren Sie die Polizei, wenn Sie vermuten, dass es ein
Trickbetrüger auf Sie abgesehen hat: Notrufnummer 110!

Rückfragen von Medienvertretern/Journalisten bitte an:

Kreispolizeibehörde Mettmann
– Polizeipressestelle –
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann

Telefon: 02104 / 982-1010
Fax: 02104 / 982-1028

E-Mail: pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de
http://www.polizei.nrw.de/mettmann

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