POL-KI: 190610.1 Kiel: Blockade eines Kreuzfahrtschiffs durch Klimaaktivisten löst Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften aus

Kiel (ots) – Die Blockade eines Kreuzfahrtschiffs durch ca. 50
Klimaaktivisten führte gestern zu einem Großeinsatz von Polizei und
Rettungskräften auf dem Ostseekai, der bis spät in die Nacht
andauerte. Die Aktivisten hinderten den Kreuzfahrer unter anderem mit
diversen Kleinbooten am Ablegen. Einige Aktivisten kletterten auf den
Wulstbug und die Festmacherleinen des Schiffs. Fünf Aktivisten
kletterten auf einen Kran, der sich auf dem Gelände des Ostseekais
befand. Drei kamen im Verlauf der Aktion freiwillig wieder herunter.
Zwei Aktivisten mussten von den Höhenrettern in der Nacht von dem
Kran abgeseilt werden. Verletzt wurde bei dem Großeinsatz glücklicher
Weise niemand.

Gegen 14:00 Uhr gingen bei der Regionalleitstelle Hinweise ein,
dass sich mehrere Personen mit Booten dem Kreuzfahrtschiff
„Zuiderdam“, welches am Ostseekai festgemacht hatte und diesen um
16:00 Uhr verlassen wollte, nähern würden. Einige Personen seien auf
den Wulstbug und auf Festmacherleinen geklettert. Außerdem seien
mehrere Personen auf den Baustellenkran, der sich auf dem Gelände des
Ostseekais befindet, geklettert.

Die ersten Einsatzkräfte bestätigten die eingegangenen Hinweise.
Das Vorgehen der Personen wurde von Seiten der Polizei als
Versammlung eingestuft. Polizeikräfte aus ganz Schleswig-Holstein,
Feuerwehr und Rettungskräfte sowie die Bundespolizei wurden alarmiert
und zum Einsatzort entsandt.

Die Aktivisten verweigerten eine Kontaktaufnahme mit den
Einsatzkräften. Nachdem die Versammlung von Seiten der
Versammlungsbehörde der Stadt Kiel beendet worden war und die
Aktivisten der Aufforderung, die Örtlichkeit zu verlassen, nicht
nachkamen, nahmen die Einsatzkräfte insgesamt 41 Personen in
Gewahrsam.

Fünf Aktivisten kletterten im Laufe des Nachmittags auf den
Baustellenkran am Ostseekai. Drei verließen den Kran nach kurzer Zeit
wieder. Zwei Aktivisten weigerten sich, vom Kran herunterzuklettern.
Sie wurden von den Höhenrettern der Bundespolizei in Zusammenarbeit
mit den Höhenrettern der Feuerwehr von dem Kran abgeseilt. Auch diese
fünf Personen wurden vorübergehend in Gewahrsam genommen.

Der Kreuzfahrer konnte um 21:50 Uhr seinen Liegeplatz in Richtung
Kopenhagen verlassen. Er wurde von mehreren Booten der
Wasserschutzpolizei bis zur Strander Bucht begleitet.

Verletzt wurde bei dem Einsatz glücklicher Weise niemand. Die 46
Aktivisten wurden noch im Verlauf der Nacht wieder aus dem Gewahrsam
entlassen. 12 kamen kurz darauf einem Platzverweis nicht nach und
mussten erneut in Gewahrsam genommen werden.

Gegen die Aktivisten wurden Strafverfahren wegen des Verdachts der
Nötigung, des Widerstandes und des Hausfriedensbruchs eingeleitet.

Um 04:00 Uhr war der Einsatz beendet.

Matthias Felsch

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