POL-BO: 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum: Eine Reise durch die Geschichte – Teil 3 von 5

Bochum, Herne, Witten (ots) –

110 Jahre wird das Polizeipräsidium Bochum in diesem Jahr – Zeit,
zurückzublicken und die Jahre und Ereignisse Revue passieren zu
lassen. In 110 Jahren ist viel passiert in unserem Revier – über
viele Dekaden hinweg hat sich einiges verändert.

Wir wollen mit Ihnen durch die Zeit reisen – in einer Serie mit
fünf Teilen. Wir veröffentlichen Einblicke in die Geschichte unseres
Präsidiums in loser Reihenfolge. Teil 1, 2 und 3 handelten von der
Gründungszeit über die Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg bis zum
Wirtschaftswunder (Nachlesen unter
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/4282534,
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/4285027,
https://www.presseportal.de/blaulicht/pm/11530/4289705 ).

In Teil 4 geht es um die 1970er Jahre: Bei der Polizei halten
Computer Einzug – und auch Frauen sind von nun an im Streifenwagen zu
sehen.

1970er Jahre: Computer und zu große Schuhe

In den 1970er Jahren hielt die Rote Armeefraktion die Republik in
Atem. Auf der Jagd nach den Terroristen kamen auch zahlreiche Kräfte
aus Bochum, Herne und Witten zum Einsatz. Mit Maschinenpistolen und
Schutzwesten bewaffnet kontrollierten sie den Fahrzeugverkehr und
sicherten so viele öffentliche Veranstaltung.

Trotz der angespannten Lage ging der Tagesdienst natürlich weiter.
Seit einiger Zeit gab das Polizeipräsidium Bochum einen Jahresbericht
heraus, der Bürgern und Journalisten einen Überblick über die
Polizeistatistik geben sollte. Bis heute hat sich an diesem Vorgehen
nicht viel geändert. 1974 schrieb Polizeipräsident Wilfried Graf von
Hardenberg im Vorwort des Berichts: „Inzwischen haben wir uns auf
eine bestimmte Form eingependelt; sie macht zwar den Bericht nicht
gerade zu einem literarischen Genuss, ermöglicht aber stattdessen die
Wiedergabe einer Fülle von Einzelinformationen.“ Die Bilanz 1974
hätte man sich allerdings „etwas erfreulicher gewünscht“ – ein Blick
auf die Zahlen zeigt, warum: Das Präsidium zählte 72 Verkehrstote,
außerdem einen Anstieg der Gesamtkriminalität um fast 15 Prozent.
Immerhin: Mord, Totschlag, Raub und Co. machten damals nur 2,3
Prozent an der Gesamtkriminalität aus. Der Präsident befand daher,
„dass man also nicht von einer besorgniserregenden Kriminalitätswelle
sprechen kann – und das auch nicht tun sollte, selbst, wenn es mal,
aus welchen Gründen auch immer, gerade so schön passt.“

Um neues Personal zu generieren und mehr Interessierte für den
Polizeiberuf zu gewinnen, wurden ab den 1970er Jahren auch vermehrt
eigene Einstellungsberater im Land eingesetzt. Sie beraten über die
vielfältigen Möglichkeiten und helfen bei Fragen zum Polizeiberuf
weiter. Auch heute berät unser Einstellungsberater Thomas Kaster
junge Menschen auf dem Weg in den Beruf und hilft auch bei Problemen
der Bewerbung weiter.

Eine entscheidende Veränderung erfolgte 1982: Erstmals wurden auch
Frauen für den uniformierten Polizeivollzugsdienst zugelassen. Zwar
ermittelten weibliche Kollegen bereits Jahre vorher bei der
Kriminalpolizei, aber im Streifendienst war es nun ein ganz neues
Bild. 74 der insgesamt 1.660 Nachwuchspolizisten waren in diesem
Jahrgang weiblich. Nach einigen Startschwierigkeiten – die Uniformen
passten zunächst nicht und es gab keine Schuhe, die kleiner waren als
Größe 42 – etablierten sich Frauen bei der Polizei – heute sind sie
fester Bestandteil der Ordnungshüter und nicht mehr wegzudenken.

Auch technisch machte die Polizei erneut einen Quantensprung: In
den 1990er Jahren wurden die Dienststellen in Bochum, Herne und
Witten sukzessive mit Computern ausgestattet. So manch ein Kollege
misstraute der neuen Technik und wollte sich nicht recht von seiner
Schreibmaschine trennen. Auch auf der Pressestelle in Bochum wurde
die Olympia gegen die Computertastatur getauscht. Ob Schreibmaschine
oder Tablet – Pressestellen-Urgestein Volker Schütte hat schon alles
mitgemacht. Er schreibt Pressemeldung um Pressemeldung – egal auf
welchen Tasten.

Kommende Woche endet unsere Serie mit Teil 5. Dieser wird
voraussichtlich am Dienstag, 11. Juni veröffentlicht. Dann kommen wir
langsam in der heutigen Zeit an. Auf dem Weg dahin kam das Internet
dazu – aber auch Toto und Harry dürfen in der Bochumer Geschichte
nicht fehlen.

———————— 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum –
Feiern Sie mit uns! Am 15. Juni 2019 öffnet die Polizei zum TAG DER
OFFENEN TÜR seine Pforten am Gelände der Bereitschaftspolizei Bochum
(Adresse: Krümmede 2, 44791 Bochum). Erleben Sie Ihre Polizei mit all
ihren Einsatzgebieten und feiern Sie mit uns diesen besonderen
Geburtstag.

Rückfragen bitte an:

Polizei Bochum
Pressestelle
Jens Artschwager
Telefon: 0234 909-1027
E-Mail: pressestelle.bochum@polizei.nrw.de
https://www.polizei.nrw.de/bochum/

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15. Juni 2019 – Tag der offenen Tür
Feiern Sie mit uns 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum
Infos: bochum.polizei.nrw

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