POL-BO: 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum: Eine Reise durch die Geschichte – Teil 1 von 5

Bochum, Herne, Witten (ots) –

110 Jahre wird das Polizeipräsidium Bochum in diesem Jahr – Zeit,
zurückzublicken und die Jahre und Ereignisse Revue passieren zu
lassen. In 110 Jahren ist viel passiert in unserem Revier – über
viele Dekaden hinweg hat sich einiges verändert. Wir wollen mit Ihnen
durch die Zeit reisen – in einer Serie mit fünf Teilen.

Wir veröffentlichen Einblicke in die Geschichte unseres Präsidiums
in loser Reihenfolge. Heute, in Teil 1, reisen wir zurück in die
Gründungszeit des Präsidiums:

>> Kriegswirren und Flickenteppiche<< Es gibt Gebäude, die überdauern Generationen. Das Polizeipräsidium Bochum ist so ein Gebäude. Würdig reckt sich sein Hauptturm über dem Portal in den Bochumer Himmel, der nahe Förderturm ist Markenzeichen und treuer Begleiter. Die roten Klinker haben tausende Polizistinnen und Polizisten, aber auch zahlreiche Tatverdächtige und Zeugen kommen und gehen sehen, haben Kaiserreich, Kriegswirren und Elend überdauert und stehen heute für Demokratie und Rechtsstaat. Das einst so helle Rot der Klinker ist dunkel geworden. 110 Jahre gehen auch an einem Polizeipräsidium nicht spurlos vorüber. Diese Spuren sind Teil der Geschichte der Bochumer Polizei - eine spannende Geschichte, eine, die erzählt werden will. Sie beginnt im Jahr 1909. Mit königlichem Beschluss erklärte der preußische Staats- und Innenminister Friedrich Ludwig Elisa von Moltke am 1. Juli 1909, dass die Verwaltung der Sicherheitspolizei verstaatlicht und einem "königlichen Polizeidirektor" übertragen wird; namentlich Karl Gerstein. Wer in Bochum lebt, dem ist dieser Name ein Begriff - die Straße am Gelände der Bereitschaftspolizei ist nach Karl Gerstein benannt. Zum präsidialen Gebiet gehörten zunächst Bochum und Herne. Die Stadt Witten kam erst im Jahr 1927 hinzu. Wie bedeutsam die Verstaatlichung ist, macht ein Blick auf Jahre davor deutlich. Die Ordnungshüter waren damals nämlich nicht den Ländern unterstellt, sondern wurden von den Kommunen aus verwaltet. Dadurch war die Polizei in der letzten Phase der Monarchie im deutschen Kaiserreich ein echter Flickenteppich - jede Kommune setzte eigene Schwerpunkte und übertrug der Polizei andere Aufgaben. Die Verstaatlichung sorgte für Einheitlichkeit und setzte Standards. 1914 folgten die Wirren des ersten Weltkriegs. Spürbar war das auch in Bochum und Herne. Im Januar 1923 - der Krieg war längst vorbei und Deutschland besaß mit der Weimarer Republik erstmals eine parlamentarische Demokratie - besetzten französische und belgische Truppen das Ruhrgebiet. Die Soldaten umstellten alle Polizeiunterkünfte, entwaffneten die Schutzpolizei und wiesen sie aus. Es waren chaotische Zustände im Land: Während der damalige Polizeipräsident Karl Stühmeyer an seinem Dienst gehindert wurde und die Städte offiziell ungeschützt waren, verrichtete die Kripo heimlich ihren Dienst. Zum Teil sorgte auch die Feuerwehr für Ruhe und Ordnung. Es dauerte einige Zeit, bis die Franzosen eine notdürftige Ersatzpolizei aufgestellt hatten, hastig rekrutiert vor allem aus Mitgliedern der Gewerkschaft. Zunächst trugen die Männer lediglich Armbinden, später außerdem die alte Uniform der königlichen Polizei. Fünf Jahre später hatte sich die Lage normalisiert: Die Franzosen waren abgezogen und es gab wieder ausreichend Personal. Zum Polizeipräsidium gehörten 1929 insgesamt 1.595 Beamte; 1.290 von ihnen waren Schutzpolizisten, 12 Landjäger (spezielle Polizeikräfte für den ländlichen Raum), 170 Kripo- und 123 Verwaltungsbeamte. Zur Polizeiverwaltung Bochum-Gelsenkirchen zählten die Städte Bochum, Gelsenkirchen, Herne, Wanne-Eickel, Wattenscheid und seit 1927 auch Witten. Präsident war Georg Stieler - zuvor Polizeiverwalter von Gelsenkirchen. Im Januar 1929 ging er als Regierungspräsident nach Aachen. Von einem "flotten Marsch der Polizeibeamten-Kapelle" wurde seine Verabschiedung begleitet, berichtete die Westfälische Volks-Zeitung. Alle Redner waren sich einig: Der Aufstieg zum Regierungspräsidenten sei eine "Wertschätzung" seiner Person, das Polizeipräsidium verlöre einen "Repräsentanten, der nach innen wie außen hervorragend vertreten" hätte. Mit seinem Weggang verpasste Stieler um wenige Monate einen großen Tag der Bochumer Polizei. Denn am 31. Mai 1929 wurde das Bochumer Polizeipräsidium an der Uhlandstraße feierlich eingeweiht. Die Bauzeit betrug gerade einmal zwei Jahre. Kein Schnellschuss, denn die Baumeister hatten etwas von ihrem Handwerk verstanden: 37 Meter ist der massive Hauptturm hoch, die Fassade weist eine kunstvolle Gliederung auf, Portal und Sockel sind mit fränkischem Muschelkalksandstein verkleidet. Der Boden der Eingangshalle ist mit bunten Mosaikplättchen versehen, die Heizkörper aus Terrakotta, die Decke aus Stuck; es gibt buntverglaste Fenster und Kieferschälfurnier sowie Beleuchtungskörper in Altnickel. An der Anmutung des Präsidiums hat sich bis heute kaum etwas verändert. Das Gebäude hat bereits zahlreiche Generationen überdauert und wird weitere überdauern. Es wurde - so scheint es - für die Ewigkeit gebaut. ------------------------ HINWEIS: Teil 2 der Serie wird voraussichtlich am Freitag, 31. Mai veröffentlicht. ------------------------ 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum - Feiern Sie mit uns! Am 15. Juni 2019 öffnet die Polizei zum TAG DER OFFENEN TÜR seine Pforten am Gelände der Bereitschaftspolizei Bochum (Adresse: Krümmede 2, 44791 Bochum). Erleben Sie Ihre Polizei mit all ihren Einsatzgebieten und feiern Sie mit uns diesen besonderen Geburtstag. Alle Infos finden Sie hier: https://bochum.polizei.nrw/artikel/110-jahre-polizei-bochum Rückfragen bitte an: Polizei Bochum Pressestelle Tanja Pfeffer Telefon: 0234 909-1027 E-Mail: pressestelle.bochum@polizei.nrw.de https://www.polizei.nrw.de/bochum/ ___________________ Save The Date 15. Juni 2019 - Tag der offenen Tür Feiern Sie mit uns 110 Jahre Polizeipräsidium Bochum Infos: bochum.polizei.nrw Original-Content von: Polizei Bochum, übermittelt durch news aktuell Homepage: Polizei Bochum | Publiziert durch presseportal.de.