POL-HL: Polizeidirektion Lübeck – Kreis Stormarn – Glinde / Polizeieinsatz mit Schusswaffengebrauch – Folgemeldung

Lübeck (ots) – Gemeinsame Medien-Information der
Staatsanwaltschaft Lübeck und der Polizeidirektion Lübeck

Am gestrigen Tage (19.05.) kam es im Rahmen eines Polizeieinsatzes
in einem Gewerbegebiet in Glinde (zwischen Oher Weg und Möllner
Landstraße) zu einem Schusswaffeneinsatz durch Polizeibeamte. Ein 38
Jahre alter Mann wurde verletzt.

Dieser hatte zuvor telefonisch bei der Polizei gemeldet, dass er
mehrere Familienangehörige mit einem Messer getötet habe. Die
umgehend zu dem vermeintlichen Tatort entsandten Polizeibeamten
trafen den Anrufer auf der Straße vor der von ihm genannten
Wohnanschrift an. Nach bisherigem Stand der Ermittlungen hielt sich
der Mann eine echt aussehende Pistole an die Schläfe und drohte, sich
damit zu erschießen. Der Aufforderung, die Waffe niederzulegen,
leistete der Mann keine Folge und der Versuch, ihn mit Pfefferspray
zu erreichen, schlug aufgrund der Entfernung zwischen den
eingesetzten Beamten und dem Mann fehl.

Sodann richtete dieser die Waffe plötzlich auf die Polizeibeamten
und bewegte sich damit auf diese zu. Auch in dieser Situation
reagierte er auf die Aufforderung, stehen zu bleiben und die Waffe
niederzulegen, nicht. Um den Mann zu stoppen, gaben zwei
Polizeibeamte der Polizeistation Reinbek im Alter von 26 und 31
Jahren aus ihren Dienstwaffen daraufhin mehrere Schüsse auf die Beine
des Mannes ab, um ihn zu stoppen. Der 38-jährige wurde dreimal im
Bereich der Beine getroffen. Die von ihm erlittenen Verletzungen
waren nicht lebensgefährlich, mussten aber operativ in einem
Hamburger Krankenhaus behandelt werden.

Eine Vernehmung des Mannes war bislang nicht möglich. Der
Hintergrund des Geschehens ist noch ungeklärt und Gegenstand der
weiteren Ermittlungen. Die von ihm geführte und auf die Beamten
gerichtete Pistole sah echt aus. Jedoch handelt es sich nach erster
Bewertung nicht um eine scharfe Waffe.

Die Eltern des Mannes befanden sich im Haus. Sie waren unversehrt.

Wegen der Abgabe der Schüsse ist gegen die Polizeibeamten ein
Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Körperverletzung im Amt
(§ 340 StGB) eingeleitet worden. Es wird geprüft werden, ob die
Schussabgabe nach den Vorschriften des Landesverwaltungsgesetzes
Schleswig-Holstein über den Gebrauch von Schusswaffen (§§ 256 ff.
LVwG S-H) oder durch Notwehr gemäß § 32 StGB gerechtfertigt war.

Gegen den 38-jährigen wird ein Ermittlungsverfahren wegen des
Verdachts des Vortäuschens einer Straftat und des Widerstands gegen
Vollstreckungsbeamte geführt (§§ 164, 113 StGB).

Nachfragen zu dem hier geschilderten Sachverhalt werden durch die
Pressestelle der Staatsanwaltschaft Lübeck beantwortet.

Rückfragen bitte an:

Staatsanwaltschaft Lübeck
Pressestelle
Frau Dr. Hingst
0451 – 371 11 03

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