POL-DA: Südhessen/Groß-Gerau: Präventionskooperation von Polizei und Zulassungsstelle-Biker auf Risiken hinweisen-Tipps für das Fahren auf Landstraßen

Auf dem Bild v.l.n.r.: Julia Weißert (Direktion Verkehrssicherheit und Sonderdienste)

Südhessen (ots) –

Im vergangenen Jahr verunglückten im Kreis Groß-Gerau vier
Motorradfahrer mit Maschinen über 125 ccm tödlich. Zudem starb ein
Mofafahrer. Zwölf Motorradfahrer schwerer Maschinen zogen sich 2018
im Kreis Groß-Gerau schwere Verletzungen zu. Insgesamt waren Fahrer
von Maschinen über 125 ccm an insgesamt 61 Verkehrsunfällen
beteiligt. In ganz Südhessen starben im vergangenen Jahr 19
Motorradfahrer, über 100 wurden schwerverletzt. Insgesamt ereigneten
sich in Südhessen 448 Unfälle mit Motorrädern über 125 ccm. 2017
starben in Südhessen dagegen „nur“ sechs Motorradfahrer.

Die drastisch gestiegenen Unfallzahlen mit verunglückten
Motorradfahrern sind der Grund dafür, die Biker in diesem Jahr schon
frühzeitig auf Gefahren und Risiken hinzuweisen. Zu den
Hauptunfallursachen bei Motorradfahrern zählen Jahr für Jahr nicht
angepasste Geschwindigkeit, geringer Sicherheitsabstand und riskantes
Überholen.

Im Rahmen einer Präventions-Kooperation mit der Zulassungsstelle
des Kreises Groß-Gerau, dort gab es im Jahr 2018 14.396 zugelassene
Krafträder, erhalten Motorradfahrer, die ihre Maschine für den
Verkehr zulassen möchten, schon bei der Anmeldung hilfreiche
Informationen.

Ziel der Aktion ist es, die Biker auf Risiken beim Motorradfahren,
wie nicht angepasste Geschwindigkeit und mit Fehlern anderer zu
rechnen, aufmerksam zu machen. Zudem werden hierbei problematische
Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnisse thematisiert.

Mit der Präventionskampagne der Hessischen Polizei „Du hast es in
der Hand“ appellieren die Ordnungshüter zudem an die
Eigenverantwortung der Motorradfahrer. Hierzu gehört auch, Anwohner
nicht über Gebühr durch vermeidbaren Lärm zu belästigen. Zudem gilt
es Gefahren für andere Verkehrsteilnehmer durch verantwortungsvolles
Fahren zu minimieren.

Nach dem Odenwaldkreis, dem Landkreis Bergstraße, dem Landkreis
Darmstadt-Dieburg und der Stadt Darmstadt, ist der Kreis Groß-Gerau
nun der fünfte Kooperations-Partner der Polizei Südhessen.

Landrat Thomas Will begrüßt die Aktion sehr. „Jeder verunglückte
Motorradfahrer ist einer zu viel“, sagte der Landrat. Deshalb sei es
so wichtig, die Fahrerinnen und Fahrer über mögliche Gefahren und
sicheres Verhalten eindrücklich hinzuweisen. „Der Kreis Groß-Gerau
hilft der Polizei bei der Prävention nach Kräften. Es ist gut, dass
Motorradfahrer bereits bei der Zulassung bei der Kreisverwaltung
hilfreiche Informationen mit an die Hand bekommen. Vielleicht können
wir so darauf hinwirken, dass die Zahl der Motorradunfälle in unserer
Region wieder abnimmt.“

Strecken an der Bergstraße und im Odenwaldkreis auch bei Fahrern
aus dem Kreis Groß-Gerau beliebt

Die Landstraßen im benachbarten Odenwaldkreis und an der
Bergstraße sind auch für Zweiradfans aus dem Kreis Groß-Gerau
beliebte Strecken. Zwei Biker aus dem Landkreis zogen sich im letzten
Jahr bei Stürzen dort schwere Verletzungen zu. Erst kürzlich, am
ersten Aprilwochenende, verunglückte ein junger Motorradfahrer aus
Büttelborn bei Lautertal im Odenwald schwer und musste in eine Klinik
eingeliefert werden. Er kollidierte in einer Kurve mit einem Auto,
das von einer älteren Frau gesteuert wurde. Die Ermittlungen zum
Unfallhergang dauern an. Gerade auf den kurvenreichen Straßen können
gefährliche Situationen entstehen, die Motorradfahrer rasch
überfordern. Die Kombination aus Unerfahrenheit und Übermut wird
vielen Motorradfahrern gerade dort zum Verhängnis.

Oftmals grenzen Felder bis an die Fahrbahn, deren Bewuchs die
Sicht einschränkt und in kurvigen Strecken die Sicht auf den weiteren
Straßenverlauf beeinträchtigt. Weiterhin muss dort auch stets mit
Fahrbahnverunreinigungen durch landwirtschaftlichen Verkehr gerechnet
werden.

Viele Gefahren lauern auf dem Land für Biker bei einem Sturz
außerdem auch neben der Fahrbahn. Bäume oder auch
Schutzplankenpfosten führen oftmals zu schweren Verletzungen, teils
mit Todesfolge.

Immer wieder sind auch Biker mit neuen Maschinen an Unfällen
beteiligt. Das Risiko ist laut verschiedenen Studien bei ihnen
deutlich höher, als bei Besitzern älterer Motorräder. Genau dort
setzt die Kooperation des Polizeipräsidiums Südhessen mit der
Zulassungsstelle ebenfalls an.

Der Polizeipräsident des Polizeipräsidiums Südhessen, Bernhard
Lammel, sagte in diesem Zusammenhang: „Die Motorradfahrer schon ganz
am Anfang der Saison zu sensibilisieren, ist uns sehr wichtig. Wir
werden aber auch unsere Kontrollen auf stark frequentierten Strecken
zur Reduzierung der Unfallzahlen und zur Bekämpfung des Lärms
deutlich intensivieren.“

Lammel betonte ausdrücklich: „Unsere Maßnahmen richten sich nicht
gegen die große Masse der Motorradfahrer, die sich an die
Verkehrsregeln halten, sondern gegen jene, die zu schnell und zu laut
unterwegs sind.“

Für die Präventionskampagne konnte das Polizeipräsidium Südhessen
einen prominenten Mitstreiter gewinnen. Der dreifache Superbike
Champion und FIM Superstock 1000 European Champion 2018, Markus
Reiterberger, unterstützt die Polizei bei ihrem Bestreben Unfälle mit
Bikern zu reduzieren.

„Ich freue mich sehr, dass ich der Polizei Südhessen als Gesicht
für ihre diesjährige Unfall-Präventionskampagne dienen kann und damit
auch ein wichtiger Teil bei der Verbreitung der Botschaft „Du hast es
in der Hand“ bin. Jedes Jahr sterben auf Deutschlands Straßen
Motorradfahrer durch überhöhte Geschwindigkeit, Kontrollverlust und
Rücksichtslosigkeit. Das muss nicht sein, wenn man sich nur ein
bisschen daran hält, dass Racer auf die Rennstrecke gehören und eben
nicht in den Straßenverkehr! Diese Botschaft ist sehr wichtig und ich
möchte dabei helfen, dass sie auch diejenigen erreicht, die es
betrifft“, so Markus Reiterberger.

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