POL-GÖ: (221/2019) Verkehrsunfallstatistik 2018 der Polizeiinspektion Göttingen vorgestellt – Weniger Unfälle mit Personenschäden, weniger Wildunfälle, aber deutlicher Anstieg von Verkehrsunfallfluchten

Göttingen (ots) –

GÖTTINGEN (tm/jk) – In einem Pressegespräch im Dienstgebäude der
Polizeiinspektion Göttingen hat Polizeioberrat Thomas Reuter am
Dienstag (26.03.19) die Ergebnisse der Verkehrsunfallstatistik 2018
für seinen neuen Zuständigkeitsbereich vorgestellt. An dem Termin
nahmen außerdem der Leiter der Autobahnpolizei Göttingen Matthias
Rink sowie der Verkehrsexperte der Göttinger Polizei Torsten Moschkau
teil.

In diesem Jahr waren erstmals auch die Statistikwerte des
Altkreises Osterode in die Bilanz eingeflossen. Dieser Bereich war
bis Ende 2018 der Polizeiinspektion Northeim/Osterode zugeordnet und
ist nun entsprechend der Fusion der Landkreise Osterode und Göttingen
der Polizeiinspektion Göttingen angegliedert.

Um die Unfallentwicklung darstellen zu können, wurden die
entsprechenden Zahlen des Jahres 2017 angepasst.

Nach erster Einschätzung haben sich zwar die Fallzahlen deutlich
erhöht, Auffälligkeiten, die eine Änderung in der Schwerpunktsetzung
der Verkehrssicherheitsarbeit bedeuten würden, haben sich bisher aber
nicht ergeben.

In Stadt und Landkreis Göttingen – ohne die Bundesautobahnbereiche
der BAB 7 und BAB 38 – wurden im Jahr 2018 insgesamt 8.668
Verkehrsunfälle polizeilich registriert. Gegenüber dem Jahr 2017 ist
ein erfreulicher Rückgang um 376 eingetreten (- 4,2 %).

Die Anzahl der Verkehrsunfälle mit Personenschaden verringerte
sich um 33 auf 1.158 (-2,77 %).

Wildunfälle wurde ebenfalls weniger registriert als im Vorjahr,
die Zahl sank von 1.259 auf 1.153 (- 8,4 %).

Im Jahr 2018 wurden 2.102 Verkehrsunfallfluchten angezeigt, dies
ist im Vergleich zum Vorjahr (1.743) ein deutlicher Anstieg um 20 %.
897 Fälle konnten aufgeklärt werden, dieses entspricht einer
Aufklärungsquote von ca. 42,7 % (Vorjahr: 43,5). Die Aufklärungsquote
bei Verkehrsunfallfluchten, bei denen Personenschaden verursacht
wurde (95 Fälle), beträgt 56,84 Prozent.

Reuter: „Neben Maßnahmen im Bereich der Prävention und Information
wird die Polizei auch einen besonderen Schwerpunkt auf die Aufklärung
dieser Taten legen. Beobachtungen von Zeugen kommt oftmals eine
entscheidende Bedeutung zu. Ich bitte sie, uns ihre Feststellungen
mitzuteilen. Bitte helfen sie uns, damit andere im Fall einer
Verkehrsunfallflucht nicht auf ihrem Schaden sitzen bleiben.“
Weiterhin weist der Polizeioberrat darauf hin, dass es sich bei
Verkehrsunfallfluchten nicht um Kavaliersdelikte, sondern um
Straftaten handelt, die ein Strafverfahren nach sich ziehen und den
Entzug der Fahrerlaubnis bedeuten können.

Weniger verletzte und getötete Verkehrsteilnehmer

Die Anzahl der verunglückten Personen reduzierte sich im Jahr 2018
um 51 von 1.479 auf 1.428.

Entgegen des Bundes- und Landestrends ist im neuen
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen ein deutlicher
Rückgang der Verkehrstoten zu verzeichnen, die Anzahl sank von zehn
auf nun fünf.

Im vergangenen Jahr verloren ein PKW-Fahrer (26-jähriger Mann),
eine Fahrrad- fahrerin (64 Jahre alt), ein Mitfahrer in einem
Krankentransporter (77-jähriger Mann), ein 63-jähriger Kradfahrer und
eine 92-jährige Fußgängerin durch Verkehrsunfälle ihr Leben.

Die Zahl der Schwerverletzten erhöhte sich von 199 im Vorjahr auf
207 im Jahr 2018. Bei den Leichtverletzten ist ein Rückgang um 54 von
1.270 auf 1.216 zu verzeichnen.

Hinsichtlich der Art der Verkehrsbeteiligung wurde bei den
verletzten Verkehrsteilnehmern folgende Zu- bzw. Abnahme registriert:

– Kfz.-Fahrer/Insassen: von 893 auf 784

– Moped- und Leichtkraftfahrer: unverändert: 69

– Fußgänger: von 90 auf 105

– Kradfahrer: von 92 auf 106

– Radfahrer: von 335 auf 364.

Die Anzahl der schwerverletzten Verkehrsteilnehmer hat sich im
Stadtgebiet Göttingen mit 64 kaum verändert (Vorjahr 63), im
Landkreis Göttingen ist von 135 auf 144 gestiegen.

Im Stadtgebiet Göttingen musste ein Anstieg der getöteten
Verkehrsteilnehmer von drei auf vier verzeichnet werden. Im Landkreis
Göttingen ist ein erfreulicher Rückgang von sieben auf eins
festzustellen.

„Die beiden tödlich verlaufenden Unfälle mit Krad- beziehungsweise
mit Pkw-Beteiligungen ereigneten sich außerhalb geschlossener
Ortschaften. Nach polizeilichen Erkenntnissen waren jeweils nicht
angepasste Geschwindigkeiten zumindest mitursächlich. Weitere 84
Verkehrsteilnehmer wurden bei Unfällen auf sogenannten
Außerortsstrecken schwer verletzt. „Neben Unachtsamkeit und Ablenkung
ist auch insbesondere das zu schnelle Fahren eine der Haupt-
unfallursachen. Darüber hinaus erhöhen sich die Unfallfolgen bei
hohen Geschwindigkeiten um ein Vielfaches. Reuter gibt dazu das
folgende Beispiel: „Verkehrsteilnehmer, die anstatt der erlaubten 100
km/h mit 120 km/h fahren, würden mit einer Aufprallgeschwindigkeit
von über 70 km/h an der Stelle auf ein Hindernis aufprallen, an der
ein Fahrzeug mit zulässiger Höchstgeschwindigkeit bereits zum
Stillstand gekommen wäre.“

„Die Einhaltung der vorgeschriebenen Höchstgeschwindigkeiten wird
daher weiterhin konsequent überwacht, Verkehrsteilnehmer sollten sich
jederzeit auf Geschwindigkeits-kontrollen einstellen“ ergänzt Reuter.

„Risikogruppen“

Hinsichtlich der so genannten „Risikogruppen“ stellt sich die
Unfallbilanz folgendermaßen dar:

Deutliche Abnahme der Unfälle mit Beteiligung von Kindern

Im Jahr 2018 verunglückten 64 Kinder (0 – 14 Jahre) im
Straßenverkehr, somit 18 weniger als im Vorjahr.

53 (75) Kinder erlitten leichte und 11 (7) schwere Verletzungen.
Erfreulicherweise wurde wie auch im Vorjahr kein Kind im
Straßenverkehr getötet.

Die Anzahl der verletzten Kinder, die als Mitfahrer in
Kraftfahrzeugen geschädigt wurden, konnte deutlich von 39 auf 19
gesenkt werden.

Reuter: „Ich gehe davon aus, dass wir diesen positiven Trend durch
unsere Präventionsmaßnahmen sowie durch Gurt- und
Kindersitzkontrollen – zum Beispiel auch in den sogenannten
„Eltern-Taxis“ – mit beeinflusst haben. Trotz dieser erfreulichen
Entwicklung werden wir daran arbeiten, die Unfälle mit
Kinderbeteiligung weiter zu senken.“

Kein tödlich verletzter Fahranfänger in der Polizeiinspektion
Göttingen

Die Gesamtzahl der bei Verkehrsunfällen verletzten jungen Menschen
im Alter von 18 bis 24 Jahren ist von 319 auf 314 gesunken, die
Anzahl der Schwerverletzten hat sich von 23 auf 32 erhöht, getötete
Verkehrsteilnehmer in dieser Altersgruppe mussten erfreulicherweise
im Jahr 2018 nicht verzeichnet werden (Vorjahr: eine 19-jährige
Pkw-Fahrerin).

Die Zahl der schwerverletzten bzw. getöteten jungen Erwachsenen,
die einen Pkw bzw. Krad über 125 ccm genutzt hatten, ist von 19 auf
24 gestiegen.

Reuter: „junge Menschen im Alter von 18 bis 24 Jahren sind bezogen
auf ihren Anteil an der Gesamtbevölkerung weiterhin überproportional
an Verkehrsunfällen beteiligt. Wir werden daher auch zukünftig alle
Anstrengungen unternehmen, um Unfälle dieser Risikogruppe weiter zu
reduzieren“.

Anzahl der verletzten Senioren gesunken

In der Altersgruppe der über 65-jährigen ist bei der Anzahl der
verletzten und getöteten Verkehrsteilnehmer ein Rückgang von 183 auf
156 zu verzeichnen.

Im Jahr 2018 haben im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion
Göttingen zwei Senioren im Straßenverkehr tödliche Verletzungen
erlitten, im Vorjahr waren es vier.

In einem Fall wurde eine 92-jährige Fußgängerin, die mit ihrem
Rollator die Kasseler Landstraße in Göttingen überquerte, von einer
Fahrzeugführerin angefahren und erlag später im Krankenhaus ihren bei
dem Zusammenstoß erlittenen Verletzungen.

Der zweite tödliche Unfall eines Seniors im Jahr 2018 wurde
ebenfalls im Göttinger Stadtgebiet registriert. Ein 77 Jahre alter
Mann befand sich als Mitfahrer in einem Krankentransporter. Dieses
Fahrzeug stieß mit einem geparkten Pkw zusammen, durch den Aufprall
erlitt der Mitfahrer tödliche Verletzungen.

Die Zahl der Schwerverletzten sank von 37 auf 30, die Anzahl der
leichtverletzten Senioren hat sich von 142 auf 124 verringert.

Der bundesweite Trend, dass Senioren als Nutzer von
Elektro-Fahrrädern besonders gefährdet sind, hat sich im
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen nicht
bestätigt. In dieser Altersgruppe wurde kein E-Bike Fahrer verletzt,
auf Pedelecs wurden drei Senioren schwer und zwei leicht verletzt.

Verunglückte Senioren hatten nach polizeilichen Erkenntnissen in
47 Fällen ihre Unfälle selbst verursacht (ca. 30 %; Vorjahr 36 %).
Die bereits begonnenen Präventionsmaßnahmen, wie zum Beispiel das
Projekt „Göttinger Senioren machen mobil – sicher ans Ziel“ werden
daher weiterhin durchgeführt und intensiviert.

Im Jahr 2018 fanden insgesamt fünf dieser Veranstaltungen der
Verkehrswacht Göttingen und der Polizeiinspektion Göttingen statt,
237 Teilnehmer besuchten sie. Juristen, Ärzte, Fahrsicherheitstrainer
und der Verkehrssicherheits-berater der Polizei gaben Menschen der
Generation 65 + und ihren Angehörigen Tipps zur sicheren Teilnahme am
Straßenverkehr, zur Verhinderung einer medikamtenbeeinflussten
Beeinträchtigung der Fahrtüchtigkeit und über das richtige Verhalten
nach einem Verkehrsunfall. Neben 60 Beratungen am Pkw wurden auch 65
individuelle Übungsfahrten von einer ca. einstündigen Dauer
durchgeführt.

Reuter: „Für das nächste Jahr planen wir sechs dieser
Veranstaltungen. Der erste Termin ist am 4. April, zwischen 15.00 Uhr
und 17.00 Uhr in der Polizeidienststelle in der Otto-Hahn-Straße 2.
Ich würde mich sehr freuen, wenn viele Interessierte unserer
Einladung folgen“.

Anzahl der verletzten Radfahrer in der Stadt Göttingen erneut
gestiegen

Die Zahl der verletzten und getöteten Radfahrer in der Stadt
Göttingen hat sich im Vergleich zum Jahr 2017 von 247 auf 277
Personen erhöht, der Anteil an der Gesamtzahl aller verunglückten
Personen im Stadtgebiet (664) beträgt 41,72 Prozent (Vorjahr 34,54%).

Insgesamt wurden im Jahr 2018 359 Verkehrsunfälle mit
Radfahrerbeteiligung in der Stadt Göttingen registriert, im Vorjahr
waren es 338. Dieser Anstieg ist nicht durch Unfälle mit
Elektrofahrrädern hervorgerufen worden, deren Beteiligung stagnierte,
(E-Bikes jeweils zwei Verkehrsunfälle) bzw. gesunken (Pedelecs von
elf auf acht).

Reuter weist in diesem Zusammenhang darauf hin, dass es sich bei
E-Bikes und Pedelecs um zwei verschiedene Arten von
Elektro-Fahrrädern handelt. Bei einem Pedelec unterstützt ein
Elektromotor mit maximal 250 Watt das Treten nur bis zu einer
Geschwindigkeit bis 25 km/h. Ohne Motorunterstützung können höhere
Geschwindigkeiten erreicht werden. Pedelecs sind mit allen
Konsequenzen dem Fahrrad gleichgestellt.

Bei E-Bikes gibt es vier verschiedene Arten, sie können je nach
Ausführung ohne Treten Höchstgeschwindigkeiten zwischen 20 km/h und
45 km/h erreichen und sind rechtlich Mofas bzw. Leichtkrafträdern
zugeordnet.

In den Statistiken über Fahrradunfälle sind in aller Regel daher
nur die Unfälle mit Pedelecs enthalten. Im Jahr 2018 wurde eine
Radfahrerin im Göttinger Stadtgebiet getötet (im Vorjahr hatten zwei
Radfahrer tödliche Verletzungen erlitten). Eine 64 jährige Frau
hatte im Göttinger Stadtteil Weende aus ungeklärten Gründen die
Kontrolle über ihr Fahrrad verloren, stürzte auf die Fahrbahn und
wurde dort durch eine Pkw-Fahrerin erfasst.

Die Anzahl der schwerverletzten Radfahrer stieg von 25 auf 27. Bei
den Leichtverletzten ist ein Anstieg von 220 auf 249 zu verzeichnen.

Die Unfallursachen sind vielfältig, oftmals übersehen
Kraftfahrzeugführer beim Abbiegen oder Verlassen von
Grundstücksausfahrten Radfahrer oder öffnen, ohne auf den Radverkehr
zu achten, ihre Fahrzeugtüren.

Eine Auswertung der Unfälle mit Personenschaden ergab aber, dass
nach polizeilichen Erkenntnissen auch in mindestens 120 Fällen
Radfahrer die Unfälle verursacht oder mit dazu beigetragen.
Nichtbeachten von Lichtzeichen, Benutzung der falschen Straßenseite,
Fahren ohne Beleuchtung oder Alkoholeinfluss sind hier die häufigsten
Unfallursachen.

Polizeioberrat Reuter erklärt hierzu: „Die Leitung der
Polizeiinspektion Göttingen hat mit ihren Dienststellen in der
Zielvereinbarung für das Jahr 2019 festgeschrieben, die Anzahl der
Verkehrsunfälle mit Radfahrerbeteiligung minimieren zu wollen. Neben
der Durchführung unterschiedlicher präventiver Maßnahmen werden
unsere Kollegen und Kolleginnen aber auch alle ahnden, die durch ihr
Verhalten Radfahrende gefährden. Ich möchte daher alle
Verkehrsteilnehmer um regelkonformes und rücksichtsvolles Verhalten
bitten und uns dadurch bei der Erreichung des Zieles zu
unterstützen.“

Anstieg der verletzten Kradfahrer

Die Anzahl der verletzten Kradfahrer hat sich im neuen
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen von 92 auf 106
erhöht.

Im Jahr 2018 verlor – wie im Vorjahr auch – ein Kradfahrer (über
125 ccm) im Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen
sein Leben.

Ein 63-jähriger Mann hatte auf einer Bundesstraße im Landkreis
Göttingen in einer Kurve die Kontrolle über sein Krad verloren und
war anschließend mit einem entgegenkommenden Fahrzeug
zusammengestoßen.

Die Zahl der schwerverletzten Kradfahrer stieg von 33 auf 41. Bei
den leichtverletzten Motorradfahrern ist ein Anstieg von 58 auf 64 zu
registrieren.

Die Kradunfälle verteilen sich über den gesamten
Zuständigkeitsbereich, ein Großteil der schweren Zweiradunfälle
werden außerhalb geschlossener Ortschaften verursacht. Oftmals
spielen auch hier zu hohe Geschwindigkeiten eine entscheidende Rolle.

Allerdings hatten in ca. 40 Prozent der Fälle andere
Verkehrsteilnehmer die Ursache des Kradunfalles gesetzt. Die Biker
wurden beispielsweise beim Abbiegen oder Überholen übersehen. Bei
einigen Unfällen wurde ihnen die Vorfahrt genommen.

Reuter kündigte an, im Jahr 2019 vermehrt Kradkontrollen
durchführen zu lassen. Dazu werde auch die im Jahr 2016 aufgestellte
„Spezialisierte Kontrollgruppe Krad“ der Polizeidirektion Göttingen
zum Einsatz kommen.

Weiter bittet er die Kradfahrer, insbesondere zum Start der Saison
besonders vorsichtig und umsichtig zu fahren, die meisten Biker sind
nach der Winterpause ungeübt. Auch die anderen Verkehrsteilnehmer
müssen sich erst wieder an die Kradfahrer gewöhnen.

Anstieg der Verkehrsunfälle auf den Bundesautobahnen im
Zuständigkeitsbereich der Polizeiinspektion Göttingen

Auf den Bundesautobahnen 7 und 38 im Zuständigkeitsbereich der
Polizeiinspektion Göttingen wurden im Jahr 2018 insgesamt 1.172
Verkehrsunfälle aufgenommen, dies sind 93 mehr als im Vorjahr (+ 8,6
%).

Verkehrsunfälle mit Personenschaden haben sich leicht reduziert
(-8.9 %). Registriert wurden 113 Unfälle, bei denen Personen verletzt
worden sind (Vorjahr 124).

Bei den Unfällen wurden im vergangenen Jahr insgesamt 149
Verkehrsteilnehmer verletzt (Vorjahr 212).

Die Zahl der Schwerverletzten verringerte sich von 39 auf 30, die
der Leichtverletzten von 173 auf 119.

Nach dem im Jahr 2017 keine Unfalltoten zu beklagen waren, sind im
Jahr 2018 zwei Verkehrsunfälle tragisch ausgegangen. Der tödliche
Verkehrsunfall im September hat sich in dem Bereich ereignet, der
gemäß eines Staatsvertrages durch die hessische Polizei betreut wird.
In der abgebildeten Statistik erscheint er daher nicht.

Am 07.06.2018 erkannte ein dänischer Sprinterfahrer auf der A 7 in
Nordrichtung, kurz vor der AS Göttingen-Dransfeld zu spät den
aufgestauten Verkehr und prallte mit sehr hohem
Geschwindigkeitsüberschuss auf einen stehenden 3er-BMW. Eine im BMW
auf der Rückbank sitzende Mitfahrerin wurde schwer verletzt, die
Beifahrerin vorn rechts zog sich schwere Wirbel- und Kopfverletzungen
zu, an denen sie einige Tage später verstarb.

Am 06.09.2018 war aufgrund einer im Bereich Hedemünden in
Nordrichtung eingerichteten Baustelle ein Rückstau bis zur AS
Lutterberg entstanden. Der Fahrer eines polnischen Sprinters näherte
sich dem Stauende und wechselte kurz vor der AS Lutterberg vom
mittleren Fahrstreifen auf den Hauptfahrstreifen, vermutlich um von
der Autobahn abzufahren. Wahrscheinlich schätzte er die
Geschwindigkeit der auf dem Hauptfahrstreifen befindlichen Fahrzeuge
falsch ein. Er fuhr daher mit nahezu ungebremster Geschwindigkeit auf
einen stehenden Lkw auf, so dass sein Führerhaus sehr stark
eingedrückt wurde. Der Fahrer verstarb offensichtlich unmittelbar mit
dem Aufprall.

Das Jahr 2018 war wie bereits das Vorjahr geprägt von mehreren
verkehrserheblichen Baustellen, die die Gesamtanzahl der
Verkehrsunfälle maßgeblich beeinflusst haben: Ausbau der A 7 zwischen
Seesen und Nörten-Hardenberg, Erneuerung des Hauptfahrstreifens
zwischen dem Autobahndreieck Drammetal und der hessischen
Landesgrenze und die Erneuerung des Fahrbahnbelages im Bereich der AS
Hedemünden in Südrichtung.

Die Unfallsituationen in den Gefällestrecken Laubacher Berg und
Hedemünden waren auch im vergangenen Jahr eher unauffällig.

Die Bautätigkeiten im Nordbereich und die damit einhergehenden
Verkehrsführungen haben sich für den Verkehrsteilnehmer als „sehr
anspruchsvoll“ herausgestellt. Es sind dort nach wie vor auf
überhöhtem Niveau Verkehrsunfälle aufzunehmen, wobei es sich aber im
Wesentlichen um seitliche Berührungen handelt. Diese sind sowohl von
der Schadenshöhe als auch von den gesundheitlichen Auswirkungen im
eher harmlosen Bereich anzusiedeln.

Trotz der bisher ausgebliebenen schweren Folgen wird die
Verkehrsüberwachung in diesem Bereich weiter verstärkt werden.
Geschwindigkeitsmessungen, Kontrollen des Verkehrsverbotes der linken
Spur (Sprinter pp.) und Überwachung des Überholverbotes werden an der
Tagesordnung sein, um die Zahl der Verkehrsunfälle zu reduzieren.

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