LPI-NDH: Kamen zwei des Weges

Nordhausen (ots) – Wenn in einer engen Straße zwei unnachgiebige
Personen aufeinandertreffen, führt das mitunter zu skurrilen Szenen.

So geschehen am Samstag Nachmittag im Nordhäuser Strohmühlenweg.
Wer den Netto-Markt in der Halleschen Straße über den Strohmühlenweg
erreichen will, muss zwangsläufig einen Weg nutzen, der von der
Straßenbreite her nicht geeignet ist, dass zwei Pkw nebeneinander
fahren können. Kurz ist er der Weg. Der willige Fahrzeuglenker, so er
auch noch vorausschauend ein entgegenkommendes Fahrzeug erahnt und
rechtzeitig erkannt hat, könnte leicht an seinem Ende des Weges
warten und seinem Pendant auf der anderen Straßenseite den Vortritt
bei der Einfahrt lassen. Lange hätte er nicht warten müssen, ca. 15
Meter Fahrweg hätten den Kaffee nicht kalt werden lassen. Geregelt
ist der Vorrang an diesem Stückchen engen Weges nicht, nötig schien
das auch nicht zu sein. Dennoch begab es sich, dass sich ein 55
Jähriger und ein 52 jähriger Nordhäuser mit ihren Pkw´s mittig im Weg
gegenüberstanden. Aneinander vorbeikommen war ausgeschlossen und am
Willen zurückzusetzen fehlte es. Warten schien die Devise zu sein.
Auf Einsicht beim jeweils anderen? Oder auf die eher
unwahrscheinlichen Möglichkeiten, die die Natur bietet? Rücksicht und
vollständige Erosion der Fahrzeugsubstanz blieben aus. So stieg der
ältere der Herren aus seinem Fahrzeug und verharrte daneben der
Dinge, die da kommen mögen. Auch der jüngere stieg nun aus, der in
dieser Geste Klärungsbedarf sah. Es gesellte sich nun auch der Sohn
des ersteren dazu. Die Frau des zweiten hatte wohl erkannt, dass es
auf dem Weg mit ihrem Aussteigen noch enger werden würde und verblieb
im Fahrzeug. Nun wurde gerungen. Von „Schwitzkasten“ war die Rede.
Nur kurz seien die entsprechenden Techniken erprobt worden. Die
Polizei wurde gerufen und kam. Da standen die Pkw noch immer Front an
Front. Nur die Tätlichkeiten hatten ein Ende gefunden. Die
Beteiligten zeigten sich gegenseitig an, die Polizei nahm die
Anzeigen auf. Jeder der Fahrzeugführer beharrte auf seiner Version,
der erste in der Engstelle gewesen zu sein. Vielleicht melden sich ja
Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben bei der Polizei. Damit ließe
sich vielleicht klären, wer tatsächlich der Erste in der Einfahrt war
und wer wem was in der Folge zu Leide getan hat. Es erklärt aber
nicht, warum Rücksicht ausblieb, ein bisschen Einsicht ebenfalls und
die Bereitschaft nachzugeben erst recht.

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