POL-HK: Bad Fallingbostel: Polizei und Kooperationspartner stellen Projekt „Räderwerk“ vor

Heidekreis (ots) –

Presseinformation der Polizeiinspektion Heidekreis v. 15.03.2019
Nr. 2

15.03 / Polizei und Kooperationspartner stellen Projekt
„Räderwerk“ vor

Bad Fallingbostel: Gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern hat
die Polizeiinspektion Heidekreis am heutigen Vormittag in einem
Pressetermin im Kreishaus in Bad Fallingbostel das Projekt
„Räderwerk“ vorgestellt. „Räderwerk“ steht für einen
niedersachsenweit einzigartigen Zusammenschluss verschiedenster
Behörden und Entscheidungsträger im Heidekreis, die es sich zur
Aufgabe gemacht haben, in einem ganzheitlichen Bekämpfungsansatz eng
vernetzt neben der Rockerkriminalität ebenso gegen kriminelle
Familienstrukturen konsequent vorzugehen. Die Kooperationspartner
sind der Meinung, diesem Phänomen, das unter anderem durch Ablehnung
bestehender Normen und Gesetze sowie kriminelles Verhalten
gekennzeichnet ist, offen und entschlossen bei niedriger
Einschreitschwelle entgegenzutreten.

Wesentliche Kooperationspartnerpartner sind:

– Polizeiinspektion Heidekreis – Landkreis Heidekreis – Städte u.
Gemeinden des Landkreises, sowie der gemeindefreie Bezirk Osterheide
– Hauptzollamt Hannover – Zollfahndungsamt Hannover –
Landeskriminalamt Niedersachsen – Bundespolizei – Finanzamt Soltau –
Finanzamt f. Fahndung u. Strafsachen Lüneburg – Zentrale
Kriminalinspektion Lüneburg – Zentrale Polizeidirektion Hannover –
Polizeiakademie Niedersachsen – Polizeidirektion Lüneburg –
Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (BAMF) –
Landesaufnahmebehörde (LAB)

Entwicklung Bereits im Jahr 2013 zeichnete die Polizeiinspektion
Heidekreis und der Landkreis sowie die Städte und Gemeinden eine
Sicherheitspartnerschaft „Rocker“, die im Wesentlichen Aspekte der
Verhinderung bzw. Reduzierung von Gefahren und Straftaten durch
Mitglieder von Rockergruppierungen im Heidekreis mittels vernetzter
und behördenübergreifender Zusammenarbeit, berücksichtigte. Diese
Partnerschaft wurde Ende November 2018 um das Thema
„Clankriminalität“ erweitert. Die lokalen Akteure mit Ordnungs-,
Verwaltungs- und Sicherheitsaufgaben vereinbarten, den illegalen
Aktivitäten von Rockergruppen, deren Unterstützern und Mitgliedern
von kriminellen Clangruppierungen von denen – erhebliche Gefahren für
die öffentliche Sicherheit und Ordnung ausgehen, – zum Schutze der
Bürgerinnen und Bürger sowie der behördlichen Institutionen und
wirtschaftlichen Unternehmen im Heidekreis – zur Durchsetzung des
Rechtsstaatsprinzips – zur Vereitelung einer Paralleljustiz

entschieden entgegen zu treten.

Um noch effizienter agieren zu können, führte der Leiter der
Polizeiinspektion Heidekreis, Polizeidirektor Stefan Sengel seit
Anfang 2019 Gespräche mit Leitern anderer Behörden, da sich
abzeichnete, dass ein ganzheitlicher, behördenübergreifender Ansatz
notwendig ist, um diesen kriminellen Strukturen begegnen zu können.

Aktuelle Lage Im Bereich des Heidekreises sind vorgenannte
kriminelle Strukturen wahrzunehmen. Insbesondere wurden folgende
Delikte von Angehörigen dieser Zielgruppen begangen:

– Wohnungseinbruchdiebstahl – Geschäftseinbrüche – Ladendiebstahl
/ bandenmäßiger Diebstahl – „Planenschlitzer“ / Ladungsdiebstähle –
Sachbeschädigung – Bedrohung – Betrug – Betäubungsmittelbesitz und /
-handel – Sozialleistungsbetrug – Schwarzarbeit – Schmuggel –
Brandstiftung – Totschlag / versuchter Totschlag – Einbruch –
Körperverletzung / gefährliche Körperverletzung – Geldwäsche

Ziele Allgemeines Ziel ist es, durch einen ganzheitlich erhöhten
Kontrolldruck, unter Einbindung aller Partner, eine nachhaltige
Beeinträchtigung aller kriminellen Aktivitäten zu erreichen und die
Entdeckungswahrscheinlichkeit zu steigern. Dies soll durch ein
konsequentes, niedrigschwelliges Einschreiten auch bei geringen
Regelverstößen unter Ausschöpfung aller rechtlichen Möglichkeiten
erfolgen.

Besondere Ziele sind: – Keine Stigmatisierung – kein
Generalverdacht bezüglich Personen oder Gruppen – Reduzierung von
Gefahren für die Bevölkerung (Verbesserung des Sicherheitsempfindens)
– Gewinnen anlassbezogener Erkenntnisse zum Erkennen krimineller
Brennpunkte und Strukturen – Bekämpfung von Parallelwelten
(Integrationschancen verbessern) – Intensivierung der Zusammenarbeit
der Netzwerkpartner – abgestimmtes Agieren staatlicher Organe –
Öffentlichkeitsarbeit

Maßnahmen – Durchführung aller erforderlichen Maßnahmen im eigenen
Zuständigkeitsbereich – ganzheitlicher Ansatz – gegenseitige
Unterstützung und Information im Rahmen der zulässigen Möglichkeiten
– Konsequentes, niedrigschwelliges Einschreiten unter Ausschöpfung
aller rechtlichen Möglichkeiten

Evaluation „Räderwerk“ wird mit Dauer von einem Jahr eingerichtet.
Sollte es nicht vorher zur Implementierung des Grundgedankens in die
Alltagsorganisation gekommen sein, findet mit Ablauf des Jahres eine
Überprüfung statt. Die Entscheidung über eine Weiterführung wird mit
den Kooperationspartnern abgestimmt.

Rückfragen bitte an:

Polizeiinspektion Heidekreis
Pressestelle
Olaf Rothardt
Telefon: 05191 9380-104
E-Mail: pressestelle@pi-hk.polizei.niedersachsen.de

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