POL-SH: Länderübergreifender Einsatz zur Bekämpfung der Eigentumskriminalität: Bilanz der Polizei Schleswig-Holstein und aktuelle Fallzahlen

Kiel (ots) – Bezugsmeldung: POL-HH 190308-1 vom heutigen Tag,
08:43 Uhr

Die Landespolizei Schleswig-Holstein beteiligte sich am 07.03.2019
mit den Bundesländern Bremen, Hamburg und Niedersachsen am
länderübergreifenden Einsatz zur Bekämpfung der
Eigentumskriminalität.

Anlass dieses Einsatzes ist die Vereinbarung der Innenminister und
-senatoren der norddeutschen Küstenländer vom 08.03.2018 über das
gemeinsame Vorgehen zur Bekämpfung der länderübergreifenden
Eigentumskriminalität, insbesondere des Wohnungseinbruchdiebstahls
durch organisierte Banden.

Für Schleswig-Holsteins Innenminister Hans-Joachim Grote sind
derartige länderübergreifende abgestimmte Maßnahmen im Kampf gegen
Einbrecherbanden zwingend erforderlich: „Einbrecherbanden
interessieren sich nicht für Ländergrenzen. Deshalb ist es wichtig
und konsequent, dass wir im norddeutschen Verbund derartig
abgestimmte Aktionen durchführen und den Kampf gegen diese Banden
auch gemeinsam bestreiten. Das erhöht die Schlagkraft und die
Chancen, die positive Entwicklung der vergangenen Jahre zu
verstetigen. Ich bin deshalb froh, dass wir im Länderverbund im
Norden vor einem Jahr diese Vereinbarung geschlossen haben und sie
mit Leben füllen.“

Maßnahmen der Polizei

Die Polizeidirektionen Ratzeburg und Bad Segeberg führten im
„Hamburger Rand“ intensive Präsenz- und Kontrollmaßnahmen durch. In
den Landkreisen Pinneberg und Segeberg nutzte die Polizeidirektion
Bad Segeberg weiter die fortgesetzte gerichtliche Anordnung von
Anhalte- und Sichtkontrollen als polizeiliche Maßnahme im
öffentlichen Verkehrsraum für die Bekämpfung des
Wohnungseinbruchdiebstahls. Insbesondere in den Bereichen der Städte
Wedel, Rellingen und Norderstedt wurden Kontrollstellen eingerichtet.

Die Polizeidirektion Ratzeburg setzte die intensive Kooperation
mit der Polizei Hamburg fort. Schwerpunkte der Präsenz und Kontrollen
waren hier die Städte Ahrensburg, Geesthacht und Reinbek. Die
Zusammenarbeit mit den Hamburger Einsatzkräften hat erneut
hervorragend funktioniert.

Im Rahmen der Aktion wurden durch die eingesetzten Kräfte
insgesamt 537 Fahrzeuge und 642 Personen kontrolliert. Hierbei
konnten auch Personen angetroffen werden, die polizeilich in Hinblick
auf Eigentumskriminalität bekannt waren. Die aus den Kontrollen
gewonnenen Erkenntnisse werden nun zunächst ausgewertet und fließen
in die Ermittlungsarbeit zur Bekämpfung Eigentumskriminalität ein.
Zusätzlich wurden auch mehrere Fahrzeugführer ohne gültige
Fahrerlaubnis sowie sieben Fahrzeugführer, die Alkohol oder Drogen
konsumiert hatten, festgestellt.

Weitere Informationen zur Lage der Wohnungseinbruchkriminalität in
Schleswig-Holstein

Die Fallzahlen beim Wohnungseinbruchdiebstahl (WED) sind im
Bundesgebiet und in Schleswig-Holstein nach einem Spitzenwert im
Jahre 2015 in den Folgejahren 2016, 2017 und 2018 rückläufig.
Angesichts der besonderen Bedeutung des WED für das Sicherheitsgefühl
der Bevölkerung steht die Bekämpfung des WED auch bei rückläufigen
Fallzahlen weiter im Fokus der Landespolizei.

„Die umfangreichen Anstrengungen der Landespolizei
Schleswig-Holstein haben schon spürbare und messbare Erfolge
gebracht. Diese Anstrengungen werden auch in Zukunft
aufrechterhalten. Ein wichtiger zusätzlicher Baustein ist aber auch
die Eigensicherung der Bevölkerung. Mit dem Einbruchschutzprogramm
des Landes unterstützten wir die Haus- und Wohnungsbesitzer in diesem
Jahr wieder mit insgesamt einer Million Euro“, so Grote.

Die Landespolizei verfolgt seit 2012 in einem landesweiten
Bekämpfungskonzept und darauf abgestimmten örtlichen Konzepte das
Ziel, die Tatbelastung nachhaltig zu senken. Bausteine dieses
Konzeptes sind neben dem täterorientierten Ansatz die intensive
Tatortarbeit und Spurensicherung sowie zeitnahe Auswertung relevanter
Spuren, intensive Öffentlichkeitsarbeit und Präventionsmaßnahmen
sowie ein enger Informationsaustausch auf regionaler und
überregionaler Ebene zum Beispiel mit den benachbarten Bundesländern.

Im Jahr 2018 registrierte die Landespolizei insgesamt 4.938 Fälle
von vollendeten und versuchten Wohnungseinbrüchen. Dies sind rund 500
Fälle weniger als im Jahr 2017 (5490 Fälle). Damit bestätigt sich
weiterhin der Trend zurückgehender Fallzahlen allerdings auf einem,
für ein Flächenland wie Schleswig-Holstein, immer noch hohen Niveau.
Die Entwicklung setzte sich auch in den ersten beiden Monaten des
Jahres 2019 im Vergleich zu den Vorjahren fort (Fallzahlen Januar und
Februar 2019: 958; 2018: 1064; 2017: 1235; 2016: 1637; 2015: 1548).

Ein wichtiger Hinweis zu den hier verwendeten Daten: Es handelt
sich um aktuelle Lagedaten aus dem Vorgangsbearbeitungssystem der
Landespolizei, nicht aus der Polizeilichen Kriminalstatistik (PKS).
Aktuelle Lagezahlen eignen sich für operative Zwecke und gewinnen
aufgrund ihrer zeitnahen Erfassung zunehmend an Bedeutung. Sie
stellen die tatsächlich durch die Polizei aufgenommenen Einbrüche
dar. Sie haben aber als „Eingangsstatistik“ keine PKS-vergleichbare
Qualität. Sie liefern andere Zahlen als die Ausgangsstatistik PKS.
Die Darstellung von Lagezahlen aus dem polizeilichen
Vorgangsbearbeitungssystem erfolgt nach dem Erstelldatum des
Vorgangs. Im Unterschied hierzu sind die Zahlen der Polizeilichen
Kriminalstatistik die erste Wahl für strategische Informationen zur
bekanntgewordenen Kriminalität. Bundesweit einheitlich erfasste
Zahlen dieser Ausgangsstatistik garantieren die erforderliche
Qualität. Sie können aber ausschließlich zur Analyse vollständiger
Berichtszeiträume (Kalenderjahr) herangezogen werden. Eine
unterjährige Interpretation der PKS hat keine hinreichende
Aussagekraft.

Tipps für Bürgerinnen und Bürger

Bei längeren Abwesenheiten: Vermeiden Sie Signale, an denen ein
Einbrecher erkennt, dass ein Haus oder eine Wohnung unbewohnt ist.
Hinterlassen Sie keine Abwesenheitshinweise auf dem Anrufbeantworter,
teilen Sie Fotos und Videos aus dem Urlaub nicht offen in den
sozialen Medien und sprechen Sie Nachbarn an. Diese können nicht nur
das Haus im Auge behalten, sondern aktiv dafür sorgen, dass der
Briefkasten nicht überquillt, die Rollläden bewegt werden oder zu
wechselnden Zeiten Licht im Haus brennt. Falls dies nicht möglich
ist, können auch Zeitschaltuhren und Lichtsensoren helfen, einen
bewohnten Eindruck zu erwecken. Sollten ungebetene Gäste dennoch
versuchen, in Ihr Haus oder Ihre Wohnung einzudringen, kommt es
zuallererst auf zuverlässige mechanische Sicherungen an Türen und
Fenstern an. Weitere Infos, auch zur sicherheitstechnischen Beratung,
finden Sie auf unserer Homepage www.polizei.schleswig-holstein.de.

Schaffen Sie für die Täter keine Tatgelegenheiten. Einbrecher
brauchen nur wenige Minuten für ihre Tat. Deswegen ist es besonders
wichtig, Haus und Wohnung wirksam zu sichern und auch bei kurzer
Abwesenheit immer zu verschließen.

Seien Sie wachsam! Achten Sie auf verdächtige Personen in Ihrer
Nachbarschaft. Scheuen Sie sich nicht, sofort 110 zu wählen, wenn Sie
verdächtige Beobachtungen machen.

Rückfragen bitte an:
Torge Stelck
Ministerium für Inneres, ländliche Räume und Integration
Schleswig-Holstein
Landespolizeiamt
Mühlenweg 166
24116 Kiel
Telefon: +49 (0)431 160 61400
E-Mail: pressestelle.kiel.lpa@polizei.landsh.de

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