POL-LG: Polizeiliche Kriminalstatistik 2018 für die Polizeidirektion Lüneburg

Lüneburg (ots) –

– Gesamt-Fallzahl weiter gesunken

– Aufklärungsquote auf hohem Niveau erneut gestiegen

– Wohnungseinbruchdiebstähle deutlich zurückgegangen

– Zahl der Rohheitsdelikte leicht gesunken

– Gewalt gegen Polizeibeamte ist „rückläufig“

Die Gesamtzahl der im Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion
(PD) Lüneburg (Landkreise Celle, Harburg, Heidekreis, Lüneburg,
Lüchow-Dannenberg, Rotenburg, Stade und Uelzen) erfassten Straftaten
ist für das Berichtsjahr 2018 weiter deutlich gesunken. Die Zahl
verringert sich um 5,07% von 77.299 im Jahr 2017 auf 73.378 im Jahr
2018. Erfreulicherweise konnte dabei die Aufklärungsquote auf 63,51%
nochmals gesteigert werden. Die Aufklärungsquote liegt zugleich etwas
höher als der Landesschnitt von 62,81%.

Polizeipräsident Thomas Ring dazu: „Die Bürgerinnen und Bürger im
Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg leben in einer
sicheren Region. Zum wiederholten Mal können wir für unseren Bereich
eine sinkende Gesamtzahl aller erfassten Straftaten vermelden und uns
dabei erneut über eine Steigerung der Aufklärungsquote freuen. Wir
werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass diese positive Entwicklung
auch in den nächsten Jahren fortgesetzt wird.“

Gesamt-Fallzahl Zu den in 2018 bekannt gewordenen 73.378
Straftaten konnten 32.202 Tatverdächtige ermittelt werden.
Altersmäßig verteilt sich diese Zahl auf 24.749 Erwachsene, 3.067
Heranwachsende, 3.257 Jugendliche und 1.230 Kinder. 24.428
Tatverdächtige haben die deutsche Staatsangehörigkeit.

Häufigkeitszahl Auch die Wahrscheinlichkeit, im Bereich der PD
Lüneburg Opfer einer Straftat zu werden, hat sich erneut reduziert
und liegt für das Jahr 2018 bei 5.830. Dies korreliert mit dem
landesweit zu verzeichnenden, erfreulichen Trend. Die Häufigkeitszahl
errechnet die Anzahl der Straftaten pro 100.000 Einwohner. Die Zahl
der Straftaten kann somit in das Verhältnis zur Bevölkerungsanzahl
gesetzt werden.

Diebstahlsdelikte/Wohnungseinbruchdiebstahl Den größten Rückgang
verzeichnet die PD Lüneburg bei der zahlenmäßig größten
Deliktsgruppe, den Diebstahlsdelikten. Sie sind insgesamt um 1.663
Delikte auf 25.127 Diebstähle zurückgegangen. Die Zahl der
Wohnungseinbruchdiebstähle ist weiterhin rückläufig. In 2018 wurden
1.972 Fälle registriert; ein Rückgang um 442 Fälle. Die
Aufklärungsquote liegt in diesem -sehr aufklärungsintensiven-
Deliktsfeld bei 26,72% (2017: 22,66 %).

„Der niedersächsische Minister für Inneres und Sport, Boris
Pistorius, hat es angesprochen. Die Zahl der Wohnungseinbrüche ist
weiter rückläufig, gleichwohl sind die Zahlen immer noch auf einem
hohen Niveau. Bei diesen Taten dringen die Täter in die persönlichen
Bereiche der Betroffenen ein und sorgen dadurch für extreme
Beeinträchtigungen im Wohlbefinden der Menschen. Wir haben den
Anspruch, die Fallzahlen weiter zu senken und hoffen auch dadurch das
Sicherheitsgefühl nachhaltig zu verbessern.“, so Polizeipräsident
Thomas Ring.

Cybercrime/Internetkriminalität Im Bereich der
Internetkriminalität ist ein deutlicher Rückgang von 4.148 Fällen in
2017 auf 3.620 Fälle in 2018 zu verzeichnen. Der Bereich Cybercrime
ist jedoch auch weiterhin von Bedeutung. Polizeipräsident Thomas Ring
appelliert an einen sensiblen Umgang mit den eigenen Daten im
Internet.

„Ich sehe die Bekämpfung der Cyberkriminalität als einen unserer
Schwerpunkte an. Die Kriminalität ist in den vergangenen Jahren
internationaler, digitaler, vernetzter und mobiler geworden.
Eigentlich jede Person verfügt über Computer oder Smartphone und kann
somit von jedem Punkt der Erde von einer derartigen Tat betroffen
sein. Wir müssen uns als Polizei weiter mit unseren Maßnahmen darauf
einstellen.“, ergänzt der Polizeipräsident der Polizeidirektion
Lüneburg.

Rohheitsdelikte Die Zahl der Rohheitsdelikte sank im Vergleich zum
Vorjahr um 40 auf 12.218 Fälle. Gleichzeitig liegt die
Aufklärungsquote bei hohen 91,40% und liegt somit noch einmal um mehr
als einen Prozentpunkt höher als im Jahr 2017. Als Rohheitsdelikte
werden beispielsweise Raub, Körperverletzung und Straftaten gegen die
persönliche Freiheit bezeichnet. Den größten Anteil stellen dabei
weiterhin die Körperverletzungsdelikte. Sie stiegen in 2018 leicht um
1.22% auf 8.353 Fälle.

Gewalt gegen Polizeibeamte Die Zahl der registrierten Fälle von
Gewalt gegen Polizeibeamte ist rückläufig. Insgesamt 407 Fälle wurden
in 2018 statistisch erfasst. Im Vorjahr waren es noch 516 Fälle, bei
denen Polizeibeamte Opfer von Gewaltdelikten geworden sind.

„Gewalt gegen Polizeibeamte ist in jedem Fall besorgniserregend.
Dieser Entwicklung stellen wir uns weiter entschieden entgegen. Dazu
gehört neben der Aus- und Fortbildung auch stets eine optimale
Ausstattung.“, so Polizeipräsident Thomas Ring. „Jeder Angriff auf
Bedienstete von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst, also Menschen
im Dienst für die Allgemeinheit, ist zugleich ein Angriff auf unseren
Rechtsstaat. Das dürfen wir nicht zulassen.“

Mehr jugendliche Straftäter Die Zahl der Tatverdächtigen im
Kindes- und Jugendalter ist auf 4.487 gesunken. Der größte Anteil
macht dabei in den für diese Altersgruppen typischen Bereich der
Rohheits- und Diebstahlsdelikte aus.

Sexualdelikte Die Zahl der Sexualdelikte im Gesamtbereich der
Polizeidirektion Lüneburg ist um 87 auf 986 Taten angestiegen. Der
Anstieg begründet sich u. a. durch eine Änderung des
Strafgesetzbuches, die eine Verbesserung des Schutzes der sexuellen
Selbstbestimmung ermöglicht. Ende 2016 wurden der § 177 StGB
(Sexueller Übergriff; sexuelle Nötigung; Vergewaltigung) angepasst
sowie der § 184i StGB (sexuelle Belästigung) neu geschaffen.

Straftaten unter Verwendung eines Messers Erstmalig wurde für das
Jahr 2018 eine Sondererhebung für Straftaten vorgenommen, bei denen
ein Messer für die Tatausführung benutzt wurde. Für das abgelaufene
Jahr liegen 528 vollendete Fälle vor. Unter Einbeziehung der
Versuchstaten liegt die Zahl der bekannt gewordenen Fälle bei 592.

Fazit von Polizeipräsident Thomas Ring „Ich bin mit der
Entwicklung sehr zufrieden und sehe, dass die Polizei im
Zuständigkeitsbereich der Polizeidirektion Lüneburg ihre Aufgaben
auch im Jahr 2018 hervorragend erfüllt hat. Dafür möchte ich mich bei
allen Polizeibeschäftigten herzlich bedanken. Unabhängig von dieser
positiven Entwicklung sehe ich die anhaltende abstrakte Gefahr durch
den islamistischen Terrorismus weiterhin als größte Bedrohung an. Die
zu erwartenden Rückkehrer stellen die Sicherheitsbehörden vor neue
Herausforderungen. Bei allem ist entscheidend, dass wir persönlich
ansprechbar bleiben und dabei nicht die Sorgen und Nöte der
Bürgerinnen und Bürger aus den Augen verlieren. Dazu gehört auch,
dass wir als Polizei mittlerweile auch in den sozialen Medien präsent
sind. Das ist gut und zeigt unsere Flexibilität.“

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