POL-PDMY: Ergänzung zur Erstmeldung von 03.20 Uhr „Verkehrsunfall – Fahrzeug landet im Rhein“

Remagen (ots) –

Dramatische Szenen haben sich am frühen Freitagmorgen am und im
Rhein in Remagen abgespielt. Um 02.10 Uhr meldeten Passanten über
Notruf im Bereich der innerstädtischen Rheinanlagen einen Pkw im
Wasser, in welchem sich vermutlich noch Personen befinden. Sofort
wurden zwei Funkstreifen entsandt sowie DRK und Feuerwehr alarmiert.

Die nur wenige Minuten später am Einsatzort eintreffenden Beamten
fanden die Angaben der Mitteiler bestätigt vor. Etwa 15 Meter vom
Ufer entfernt, in mannshohem Wasser, war gerade noch das Dach eines
Pkw zu erkennen. Vier Polizeibeamte der PI Remagen begaben sich
unverzüglich in den Rettungseinsatz in den Rhein. Halb gehend, halb
schwimmend gelangten sie zu dem Pkw, in dem sie eine heftig
gestikulierende Person wahrnahmen. Mit einem Nothammer gelang es,
eine Seitenscheibe einzuschlagen. Mit vereinten Kräften konnte ein
junger Mann aus dem Fahrzeug geborgen und ans Ufer gebracht werden.
Gleichzeitig wurde das sinkende und im Rhein abzutreiben drohende
Fahrzeug auf weitere mögliche Insassen überprüft, ebenso der
angrenzende Rhein bzw. Uferbereich. Kurz darauf aufatmen: Es ergeben
sich keine Hinweise, dass weitere Personen in Gefahr oder sonst an
dem Vorfall beteiligt sind.

Der Pkw-Insasse und mutmaßliche Fahrer, ein 25-jähriger Mann aus
der Region, wird mit erheblicher Unterkühlung, aber ansonsten nur
geringfügigen Blessuren ins Remagener Krankenhaus eingeliefert und
dort zunächst intensivmedizinisch betreut. Bei dem Rettungseinsatz
haben sich drei der vier beteiligten Polizeibeamten Schnittwunden und
Prellungen zugezogen, blieben aber weiter dienstfähig. Der Pkw, ein
VW Golf älteren Baujahres, wurde mit erheblichem Aufwand geborgen.
Diese Maßnahmen zogen sich bis etwa 04.30 Uhr hin.

Zum eigentlichen Unfallablauf ist derzeit noch nicht viel bekannt,
da es keine unmittelbaren Hergangszeugen gibt und der 25-Jährige noch
nicht im Detail befragt werden konnte. Klar zu sein scheint, dass der
VW Golf die zum Rhein hin stark abschüssige Fährgasse befahren hat,
die nahezu rechtwinklig auf die Rheinpromenade bzw. den Rhein
zuführt. An dieser Stelle ist das Sicherungsgeländer am Ufer
durchbrochen und es gibt ein korrespondierendes Spurenbild in der
Uferböschung. Danach ist der Pkw samt Insasse ca. 150 Meter im Rhein
abgetrieben, ehe er auf Grund aufsetzte.

Insgesamt geht die Polizei von einem Unfallgeschehen aus,
jedenfalls liegen bislang keine Anhaltspunkte dafür vor, dass der
junge Mann absichtlich in den Rhein fahren wollte. Wie es dazu kam
bzw. warum er die Kontrolle über den Pkw verloren hat, ist derzeit
noch Gegenstand der Ermittlungen.

In jedem Fall hatte der 25-Jährige einen sehr aufmerksamen
Schutzengel und ebenso couragierte und entschlossen handelnde
Polizeibeamte zur Seite. Ob es dem jungen Mann aus ei-gener Kraft
gelungen wäre, sich aus dem sinkenden und möglicherweise im Rhein
abtreibenden Fahrzeug zu entkommen, darf als zumindest fraglich
angesehen werden.

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