POL-LB: Staatsanwaltschaft Stuttgart und Polizeipräsidium Ludwigsburg: Mehrere Tatverdächtige wegen schweren Bandendiebstahls in Haft

Ludwigsburg (ots) – Rund 30 Fälle des schweren Bandendiebstahls
mit einem Schaden von über 160.000 Euro legen
Kriminalpolizeidirektion Böblingen und Staatsanwaltschaft Stuttgart,
Abteilung für Organisierte Kriminalität, mehreren Mitgliedern einer
Großfamilie aus dem Kreis Böblingen und dem Rhein-Neckar-Kreis zur
Last. Vier Tatverdächtige im Alter zwischen 21 und 37 Jahren befinden
sich auf Antrag der Staatsanwaltschaft mittlerweile in
Untersuchungshaft.

Im August 2018 hatte sich eine Serie von Trickdiebstählen aus
Wohnungen im Bereich Stuttgart und den angrenzenden Landkreisen
abgezeichnet, bei der die zunächst unbekannten Täter mit immer
derselben Masche ausnahmslos lebensältere und mitunter gebrechliche
Menschen um Bargeld und Wertgegenstände brachten: Sie klingelten an
den Wohnungstüren ihrer in Mehrfamilienhäusern lebenden Opfer und
gaben sich als Kaufinteressenten einer der Wohnungen aus. Damit
verbanden sie die Bitte, die Wohnung der Opfer als Vergleichsobjekt
ansehen und ausmessen zu dürfen. Während einer der Täter die
Wohnungsinhaber ablenkte, machten sich Komplizen in den Räumen
unbemerkt auf die Suche nach Diebesgut.

Im Zuge des daraufhin eingeleiteten Ermittlungsverfahrens und
durch umfangreiche, mitunter verdeckte Maßnahmen gelang es der
Kriminalpolizei in der Folge mit Unterstützung des Polizeipräsidiums
Mannheim, des Landeskriminalamts Baden-Württemberg und des
Polizeipräsidiums Einsatz die Mitglieder der Diebesbande zu
identifizieren. Vier von ihnen, drei Männer im Alter 21, 32 und 34
Jahren sowie eine 37-jährige Frau wurden am 20. Februar festgenommen
und am Folgetag dem Haftrichter beim Amtsgericht Stuttgart
vorgeführt, der die Haftbefehle in Vollzug setzte. Eine 60-jährige
Tatverdächtige wurde nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen
wieder auf freien Fuß gesetzt.

Den bisherigen Erkenntnissen zufolge gehen Straftaten in
Stuttgart, Ludwigsburg, Böblingen, Sindelfingen, Pforzheim,
Heilbronn, Balingen, Offenburg, Achern und Kehl auf das Konto der
Trickdiebe. Die Gruppierung dürfte demnach zumindest einen Teil der
erbeuteten Schmuckstücke und sonstigen Wertgegenstände in
Pfandhäusern in Baden-Württemberg, bei denen sie seit Jahren
Stammkunden waren, zu Bargeld gemacht haben. Etwa 50 dort noch
eingelagerte Schmuckstücke stellten die Ermittler sicher. Bei der
Durchsuchung der Wohnungen der Tatverdächtigen fanden sich darüber
hinaus Schmuckstücke, Gemälde und weitere beweiserhebliche
Gegenstände, die noch der weiteren Überprüfung bedürfen und die noch
nicht zugeordnet werden konnten. Das Polizeipräsidium Ludwigsburg
wird die sichergestellten Gegenstände in der kommenden Woche auf
seiner Internetseite https://ppludwigsburg.polizei-bw.de/
veröffentlichen.

Im Zuge der Durchsuchungsmaßnahmen wurden zudem drei von den
Tatverdächtigen genutzte hochwertige Pkw zur Vorbereitung der
Einziehung beschlagnahmt.

Polizeipräsident Frank Rebholz freut sich über diesen bedeutenden
Ermittlungserfolg. „Trickdiebstahl in Wohnungen ist mittlerweile eine
der häufigsten Straftaten, von denen ältere Menschen betroffen sein
können. Mit allen erdenklichen Tricks, Lügen und Täuschungsmanövern
versuchen Kriminelle, sich das Vertrauen ihrer Opfer zu erschleichen
und sich Zugang zu deren Wohnungen zu verschaffen“, so der Leiter des
Polizeipräsidiums Ludwigsburg. „Dass wir diesen Erfolg verbuchen und
die Tatverdächtigen in Haft bringen konnten, ist einerseits der
beharrlichen Ermittlungsarbeit der Kriminalpolizei und andererseits
der hervorragenden Zusammenarbeit über unsere Zuständigkeitsgrenzen
hinaus zu verdanken.“ „Neben der konsequenten Strafverfolgung werden
wir auch künftig ein Hauptaugenmerk auf die Präventionsarbeit
richten. Denn gut informierte Bürgerinnen und Bürger kennen die
Tricks der Kriminellen und können dabei schon im Ansatz verhindern,
Opfer von Trickdieben oder Betrügern zu werden.“

Der wichtigste Rat der Polizei: – Öffnen Sie Unbekannten nie die
Tür ohne vorgelegte Türsperre! – Seien Sie gleichsam misstrauisch und
lassen Sie sich nicht drängen, wenn Personen Ihre Wohnung unter einem
Vorwand betreten wollen oder um Hilfe an der Tür bitten. – Beim
geringsten Zweifel: Rufen Sie die Polizei oder wenden Sie sich an die
Nachbarn.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Ludwigsburg
Telefon: 07141 18-9
E-Mail: ludwigsburg.pp@polizei.bwl.de

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