POL-DO: Verkehrsbericht 2018 – Hohe Anzahl von Verkehrstoten auf den Autobahnen / Weniger verunglückte Kinder und Jugendliche in Dortmund

Dortmund (ots) – Lfd. Nr.: 0251

Die Anzahl der getöteten Verkehrsteilnehmer auf den Autobahnen ist
im Zuständigkeitsbereich der Polizei Dortmund im Jahr 2018 auf 22
gestiegen (2017: 21). Unfallschwerpunkt ist die A1, die durch mehrere
Dauerbaustellen mit mehreren tödlichen Stauendunfällen auch im
letzten Jahr stark belastet war.

Die Polizei Dortmund hat im letzten Jahr die Maßnahmen zur
Unfallbekämpfung auf den Autobahnen drastisch erhöht. Im Bereich der
Hauptunfallursache „Abstand“ führten die Beamten 4914 Tätigkeiten
durch (2017: 2926). Auch im Bereich „Geschwindigkeit“ sind die
Maßnahmen deutlich gestiegen (2017:190.565 / 2018: 227.366).

„Obwohl wir die Maßnahmen auf den Autobahnen drastisch erhöht
haben, war die Zahl der Verkehrstoten im vergangenen Jahr nicht
rückläufig. Wir beobachten und analysieren diese besorgniserregende
Entwicklung täglich und versuchen mit immer neuen Ansätzen
polizeilich gegen zu steuern. Ein Konzept auf der Bundesautobahn A1,
was seit Oktober letzten Jahres durchgeführt wird, lässt mich
vorsichtig optimistisch in die Zukunft blicken. Aktuell haben wir
seitdem keinen Verkehrstoten auf dieser Strecke zu beklagen“, so
Polizeipräsident Gregor Lange. „Gerade bei den schwersten
Verkehrsunfällen ist und bleibt Ablenkung ein wichtiges Thema. Ich
möchte an alle Verkehrsteilnehmer appellieren: Halten Sie die Augen
auf der Straße! Keine Nachricht auf dem Handy rechtfertigt es, sich
und andere in Gefahr zu bringen“, warnt Gregor Lange weiter.

Insbesondere bei den schweren Autobahnunfällen hatten die Beamten
mit sensationsgierigen „Gaffern“ zu kämpfen. Die Polizei Dortmund
veröffentlichte mehrfach Bilder von diesem respektlosen Verhalten und
fertigte Ordnungswidrigkeitenanzeigen.

Im Bereich der Stadt Dortmund ist die Anzahl der Getöteten mit
fünf Verstorbenen auf dem gleichen Niveau wie letztes Jahr und damit
weiter die niedrigste Zahl. In Lünen gab es einen Unfalltoten (2017:
0). Des Weiteren bieten insbesondere die schwachen Verkehrsteilnehmer
im Stadtbereich Anlass zur Sorge. Jeder sechste Verunglückte ist ein
Fußgänger und jeder fünfte Verunglückte ist ein Fahrradfahrer. In
Dortmund ist die Zahl der verunglückten Fußgänger im letzten Jahr um
5,9 % auf 377 gestiegen (2017: 356). In Lünen stieg die Zahl um 23,1
% auf 48. (2017: 39). Bei den Fahrradfahrern gab es in Dortmund eine
Steigerung von 17,9 % auf 447 (2017: 379). In Lünen steigerte sich
die Zahl der verunglückten Fahrradfahrer um 50 % auf 123 (2017: 82).

Erfreulich ist dagegen die Entwicklung bei Kindern und
Jugendlichen. So ist die Zahl der Fahrrad- und Fußgängerunfälle bei
Kindern weiter rückläufig. Mit 227 verunglückten Kindern insgesamt in
Dortmund und Lünen im letzten Jahr ist die Zahl immer noch auf einem
hohen Niveau, konnte jedoch seit 2016 um über 10 % mit einer Vielzahl
von präventiven Maßnahmen gesenkt werden. Auch bei den Jugendlichen
ist ein erfreulicher Rückgang um 17,9 % auf 96 in Dortmund und Lünen
festzustellen.

Die Zahl aller Verkehrsunfälle mit Verletzten ist in Dortmund um
4,3 % auf 1825 gestiegen (2017: 1749). In Lünen betrug der Anstieg
13,8 % auf 297 Unfälle mit verletzten Personen (2017: 261).

„Hinter jedem schweren Verkehrsunfall steht ein persönliches
Schicksal. Uns geht es darum, dieses persönliche Leid zu vermeiden.
Alle Verkehrsbeteiligten können zum eigenen und zum Schutz anderer
Menschen aktiv beitragen. Denn die Verkehrssicherheit ist keine
Glückssache. Die positive Entwicklung der Verunglücktenzahlen bei
Kinderunfällen zeigt uns, dass wir mit den polizeilichen Konzepten
auf dem richtigen Weg sind. Wir werden auch zukünftig in unseren
Bemühungen nicht nachlassen. Helfen Sie mit. Respektieren Sie jeden
einzelnen Verkehrsteilnehmer. Respekt rettet Leben!“, appelliert der
Leiter der Direktion Verkehr Ralf Ziegler.

Im Bereich der Raser- und Tuner-Szene sind in Zusammenarbeit mit
der Stadt Dortmund die Maßnahmen und die damit verbundenen Kontrollen
weiter verstärkt worden. Illegale Rennen gefährden Leben! Wer so
rücksichtslos im Straßenverkehr agiert, muss mit klaren Reaktionen
der Polizei rechnen. Auch 2019 wird die Polizei in Zusammenarbeit mit
der Stadt Dortmund nicht nachlassen und den Kontrolldruck auf die
Szene aufrechterhalten.

Siehe auch:
https://dortmund.polizei.nrw/artikel/verkehrsbericht-2018-0

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