POL-ME: Falsche Polizeibeamte am Telefon leider wieder erfolgreich: Polizei warnt wiederholt vor der Masche der Trickbetrüger – Ratingen / Kreis Mettmann – 1902183

Symbolbild: Warnung älterer Mitbürger vor Trickbetrügern am Telefon

Mettmann (ots) –

Schon seit Monaten registriert nicht nur die Kreispolizeibehörde
Mettmann eine scheinbar ständig anwachsende Anzahl von Anrufen
„falscher Polizisten“, die sich bei Seniorinnen und Senioren
telefonisch melden. Solche Anrufe dienen dazu, die angerufenen Opfer
zu verunsichern und zu erschrecken, damit diese bereit sind, ihre
Ersparnisse und Wertgegenstände in die vermeintlich „sichere
Verwahrung“ der oft freundlich, mitunter aber auch sehr bestimmend
und einschüchternd wirkenden Anrufer zu übergeben. Tatversuche dieser
längst landes- und bundesweit bekannten und verbreiteten
Trickbetrugsmasche finden inzwischen beinahe schon täglich und zu
jeder denkbaren Tageszeit auch in allen Städten des Kreises Mettmann
statt. Deshalb lässt die hiesige Polizei nicht in ihrem fortdauernden
Bemühen nach, Seniorinnen und Senioren im Kreis Mettmann vor dieser
penetranten Kriminalitätsform intensiv und ständig wiederholt zu
warnen. Um die Angesprochenen dabei aber nicht mit zu vielen
Ratschläge vollkommen zu überlasten, lauten dabei die zwei
wichtigsten Botschaften knapp:

Die richtige Polizei …

– ruft niemals mit der Rufnummer 110 bei Ihnen an,

– wird niemals Ihre Ersparnisse und Wertgegenstände in Verwahrung
nehmen!

Während auch am Dienstag, dem 26.02.2019, wieder einmal gleich
mehrere vergebliche Tatversuche in verschiedenen Städten des Kreises
registriert und angezeigt wurden, waren in einem in der Nacht zum
Mittwoch angezeigten Fall aus Ratingen die Täter leider wieder einmal
erfolgreich.

Opfer wurde eine betagte Seniorin aus Lintorf, die gegen 20.15 Uhr
von einem angeblichen Beamten der örtlichen Polizeiwache angerufen
wurde. Der Anrufer, der sich als Herr Jansen vorstellte, warnte die
ältere Dame eindringlich davor, dass sie in den nächsten Stunden
überfallen werden könnte. In einem langen und scheinbar einfühlsamen
Telefonat überzeugte der Unbekannte die Ratingerin in geschickter
Gesprächsführung dazu, Bargeld und Schmuck, bei einem zeitnah
angekündigten Besuch seiner Kollegin, in die Verwahrung der Polizei
zu übergeben. Tatsächlich erschien gegen 22.15 Uhr die angekündigte
Besucherin an der Wohnung der Geschädigten am Kahlenbergsweg und
holte dort das inzwischen bereitgelegte Bargeld und den persönlichen
Schmuck der Seniorin im Wert von mehreren zehntausend Euro ab. Mit
dieser Beute verschwand die Straftäterin in unbekannte Richtung.
Hinweise auf ein benutztes Fahrzeug gibt es bisher nicht. Die
Unbekannte wird wie folgt beschrieben:

– südeuropäisch wirkende Frau

– ca. 30 Jahre alt

– ca. 175 cm groß

– korpulent wirkende Figur (geschätzte Konfektionsgröße 42)

– längere schwarze Haare, die zum Dutt gebunden waren

– sprach Deutsch mit unbekanntem Akzent

– trug ein blau- oder schwarz-weiß gestreiftes T-Shirt, darüber
eine graue Jacke.

Die richtige Polizei erhielt erst nach dem Tageswechsel Kenntnis
von der Tat. Zu diesem Zeitpunkt eingeleitete Fahndungsmaßnahmen
verliefen erwartungsgemäß ohne einen schnellen Erfolg. Ein
Strafverfahren, Maßnahmen zur Spurensicherung und weitere intensive
Ermittlungen der Kriminalpolizei wurden veranlasst. Sachdienliche
Hinweise dazu nehmen die Polizei in Ratingen, Telefon 02102 /
9981-6210, aber auch jedes andere Polizeidienststelle und der Notruf
110 jederzeit entgegen.

— Hinweise an die Medien —

1. Auch wenn sich diese polizeilichen Warnmeldungen ständig
wiederholen, bitten wir um weitere Berichterstattung mit folgenden
Informationen:

Trickbetrüger geben sich bei ihren Anrufen als polizeiliche
Ermittler aus, um angeblich vor geplanten und unmittelbar
bevorstehenden Straftaten von Einbrechern und Räubern zu warnen.
Dabei richten sie ihre „Warnungen“ vornehmlich an ältere Mitbürger,
um diese zu verunsichern und zu erschrecken, damit diese bereit sind,
ihre Ersparnisse und Wertgegenstände in die vermeintlich „sichere
Verwahrung“ der in der Regel freundlich, oft aber auch sehr
bestimmend und einschüchternd wirkenden Anrufer zu übergeben.

Die Polizei stellt klar:

Weder die Polizei, noch andere Amtsträger, rufen Bürgerinnen und
Bürger an oder stehen unangemeldet vor Haus- und Wohnungstüren, um
über persönliche Geld- und Vermögensverhältnisse zu sprechen oder
sogar Wertgegenstände oder Bargeld in Verwahrung zu nehmen!

Zur Prävention gibt die Kreispolizeibehörde Mettmann folgende
Hinweise:

– Seien Sie am Telefon aufmerksam!

– Seien Sie misstrauisch, wenn sich Personen am Telefon als
Verwandte, Bekannte oder Amtsträger ausgeben, die Sie als solche
nicht zweifelsfrei erkennen.

– Geben Sie keine Details zu ihren familiären oder finanziellen
Verhältnissen preis.

– Halten Sie nach finanziellen Forderungen unbedingt Rücksprache
mit anderen Familienmitgliedern. Rufen Sie Ihre(n) Verwandte(n),
Bekannte(n) oder angeblich beteiligte Ämter und Dienststellen
unter der Telefonnummer zurück, die Sie auch bei
eigenveranlassten Gesprächen üblicher Weise wählen und
besprechen Sie die Angelegenheit noch einmal.

– Übergeben Sie niemals Geld oder andere Werte ungeprüft und ohne
Zeugen an unbekannte Personen.

– Informieren Sie sofort die Polizei, wenn Sie vermuten, dass es
ein Telefonbetrüger auf Sie abgesehen hat – Notrufnummer 110.

– Wenden Sie sich auch an die Polizei, wenn Sie bereits Opfer
geworden sind: die Opferschutzbeauftragten vom Kommissariat
Vorbeugung helfen Ihnen gerne.

Angehörigen älterer Menschen und potenzieller Opfer wird
empfohlen:

– Um Ihre älteren Angehörigen zu schützen, sprechen Sie mit ihnen
und weisen sie auf die Methoden und verschiedenen Varianten des
sog. „Enkeltricks“ und „falscher Polizisten“ hin.

2. Weitere deliktbezogenen Informationen erhalten Sie auch beim
LKA NRW unter:

https://polizei.nrw/artikel/betrueger-geben-sich-am-telefon-als-po
lizeibeamte-aus

Rückfragen von Medienvertretern/Journalisten bitte an:

Kreispolizeibehörde Mettmann
– Polizeipressestelle –
Adalbert-Bach-Platz 1
40822 Mettmann

Telefon: 02104 / 982-1010
Fax: 02104 / 982-1028

E-Mail: pressestelle.mettmann@polizei.nrw.de
http://www.polizei.nrw.de/mettmann

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