POL-SE: Polizeidirektion Bad Segeberg / Gemeinsame Presseerklärung der Polizeidirektion Bad Segeberg, der Bundespolizeidirektion Hannover und der Staatsanwaltschaft Kiel

Bad Segeberg (ots) –

Internationaler Ermittlungserfolg

Polizei und Staatsanwaltschaft ermitteln gegen länderübergreifend
agierende litauische Diebesbande Im Rahmen eines am heutigen Tage
durchgeführten Festnahme- und Durchsuchungseinsatzes konnten Kräfte
der Bundes- und Landespolizei sowie der litauischen Polizeibehörden
die Mitglieder einer litauischen Diebes- und Hehlerbande an mehreren
Örtlichkeiten in Deutschland und Litauen verhaften. Dem Einsatz waren
nahezu zweijährige Ermittlungen unter der Federführung der
Staatsanwaltschaft Kiel vorausgegangen. Gegen die Beschuldigten
besteht u. a. der Verdacht des schweren Bandendiebstahls sowie der
gewerbsmäßigen Hehlerei. Die eingesetzten Beamten vollstreckten u.a.
in Norderstedt, Bremen, Bochum und Stuttgart mehrere Haftbefehle und
Durchsuchungsbeschlüsse, die durch das Amtsgericht Kiel auf Antrag
der Staatsanwaltschaft Kiel erlassen worden waren. Weiterhin konnten
Polizei- und Justizbehörden in Litauen zeitgleich
Durchsuchungsbeschlüsse und EU-Haftbefehle vollstrecken. Insgesamt
wurden hierbei in beiden Staaten acht Beschuldigte festgenommen und
25 Objekte nach Beweismitteln durchsucht. Zwei Beschuldigte konnten
bereits in der Nacht in Bochum nach der Begehung von
Diebstahlsdelikten auf frischer Tat gestellt werden. Bei ihnen wurden
u.a. zwei entwendete Kraftfahrzeuge sowie mehrere entwendete
Fahrräder sichergestellt. Bei den Durchsuchungsmaßnahmen wurden
weiterhin zahlreiche Navigationsgeräte, Diebeswerkzeuge sowie zwei
Langwaffen aufgefunden. Die Ermittlungen wurden durch die
Kriminalpolizei Norderstedt initiiert, nachdem die dortigen Beamten
bei der Verfolgung einer Vielzahl von Diebstahlsdelikten und
Wohnungseinbrüchen Erkenntnisse über eine straff organisiert und
arbeitsteilige vorgehende Tätergruppierung gewonnen hatten. Im
weiteren Verlauf der Ermittlungen wurde festgestellt, dass mehrere
Bandenmitglieder ihren Aktionsradius in den Großraum Bremen
verlagerten hatten, um dort hochwertige Kraftfahrzeugteile aus auf
der Schiene transportierten Neufahrzeugen auszubauen und zu
entwenden. Wegen dieser Straftaten führte bereits die Bundespolizei
Hamburg entsprechende Ermittlungen. Mit dem Ziel, die begangenen
Straftaten nachzuweisen, die Arbeitsweise und Organisationsstruktur
der Täter aufzudecken und durch die Zerschlagung der Bande
schließlich weitere Taten zu unterbinden, bildeten Beamte der
Kriminalpolizei Norderstedt und der Hamburger Bundespolizei eine
gemeinsame Ermittlungsgruppe unter Leitung der Staatsanwaltschaft
Kiel. Nach der auf diese Weise erfolgten Intensivierung der
Ermittlungen werden inzwischen der mehr als 20- köpfigen Bande etwa
600 Einzelstraftaten mit einem ermittelten Schaden von ca. 1,5 Mio.
EUR vorgeworfen. Unter anderem sollen die Beschuldigten Schmuck,
Bargeld, Navigationsgeräte, Kompletträder, Lenkräder mit Airbag sowie
Komplettfahrzeuge gestohlen haben. Die Ermittler deckten zudem die
strikte Arbeitsteilung der Bande bei der Tatbegehung auf. So sollen
einige der beschuldigten Bandenmitglieder für die unmittelbare
Ausführung der jeweiligen Diebstahlshandlungen und die anschließende
Verbringung des erlangten Stehlguts in versteckte Depots zuständig
gewesen sein. Andere Beschuldigte sollen die Abholung dieser
Wertgegenstände und die Verbringung nach Litauen, wo die weitere
Verwertung erfolgte sein soll, übernommen haben. Als wesentlicher
Drahtzieher der Taten soll nach derzeitigem Ermittlungsstand ein
36-jähriger litauischer Staatsangehöriger fungiert haben, der bereits
mehrfach sowohl in Deutschland als auch in Litauen wegen schwerer
Diebstahlstraftaten in Erscheinung getreten ist. Dieser Beschuldigte,
der heute in Litauen verhaftet werden konnte, soll offenbar nicht nur
die in den Bundesländern Schleswig-Holstein, Bremen, Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg agierenden Erlangungstäter,
sondern auch die Absatz- und Vertriebswege der entwendeten Tatobjekte
koordiniert haben. Aufgrund der Tatbezüge nach Litauen erfolgte eine
enge und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit den dortigen
Strafverfolgungsbehörden. Insbesondere schlossen die Staatsanwalt
Kiel und die zuständige Staatsanwaltschaft in Litauen einen Vertrag
über die Einrichtung eines sog. „Joint Investigation Teams“ ab, der
nach europäischem Recht eine erhebliche Vereinfachung der
gegenseitigen Rechtshilfe zur Folge hat. Darüber hinaus ermöglichte
die Vereinbarung die begleitende Teilnahme von deutschen Ermittlern
an den in Litauen durchgeführten Ermittlungsmaßnahmen. Insgesamt
waren 170 deutsche und 30 litauische Polizeibeamte sowie 4
Staatsanwälte in beiden Staaten am Einsatz beteiligt.

Verantwortlich für diesen Pressetext: Oberstaatsanwältin Birgit
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