GBA: Festnahme eines mutmaßlichen Mitglieds der ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“

Karlsruhe (ots) – Die Bundesanwaltschaft hat heute (21. September
2018) aufgrund eines Haftbefehls des Ermittlungsrichters des
Bundesgerichtshofs vom 24. September 2015

die 20-jährige deutsch-algerische Staatsangehörige Sarah O.

in Düsseldorf durch Beamte der Bundespolizei festnehmen lassen.

Die Beschuldigte ist dringend verdächtig, sich als Mitglied an der
ausländischen terroristischen Vereinigung „Islamischer Staat (IS)“
beteiligt zu haben (§ 129a Abs. 1 Nr. 1, § 129b Abs. 1 Satz 1 StGB).

In dem Haftbefehl wird der Beschuldigten im Wesentlichen folgender
Sachverhalt zur Last gelegt:

Sarah O. verließ im Oktober 2013 die Bundesrepublik Deutschland,
um sich in Syrien einer terroristischen Vereinigung im Kampf gegen
das Regime des syrischen Machthabers Assad anzuschließen und am
Aufbau eines islamischen Staates nach dem Vorbild der Scharia zu
beteiligen. Sie reiste über die Türkei nach Syrien und erhielt eine
Ausbildung im Umgang mit Schusswaffen, bevor sie Anfang 2014 einen
aus Deutschland stammenden „IS“-Kämpfer heiratete. Spätestens zu
dieser Zeit gliederte sich die Beschuldigte in die Entscheidungs- und
Befehlsstruktur der ausländischen terroristischen Vereinigung
„Islamischer Staat“ ein und übernahm ab Februar 2014 – gemeinsam mit
ihrem Ehemann nach islamischem Recht – Wach- und Polizeidienste zur
Sicherung der vom „IS“ kontrollierten Gebiete. Hierfür beschaffte sie
sich eine Schusswaffe. Zudem bekam sie von der Vereinigung eine
möblierte Wohnung zur Verfügung gestellt, in der sie Neuankömmlinge
vorübergehend aufnahm. Sarah O. versuchte darüber hinaus, Personen
aus Europa zur Ausreise nach Syrien zu bewegen, um dort für den „IS“
am Jihad teilzunehmen. Gemeinsam mit ihrem Ehemann nach islamischem
Recht erhielt sie von der Vereinigung ein monatliches Gehalt von etwa
118 US Dollar.

Die Beschuldigte stellte sich nach ihrer Flucht aus Syrien Anfang
2018 türkischen Sicherheitskräften. Sie wurde am 21. September 2018
von der Türkei in die Bundesrepublik Deutschland abgeschoben und hier
bei ihrer Einreise festgenommen.

Die Beschuldigte wird heute dem Ermittlungsrichter des
Bundesgerichtshofs vorgeführt, der ihr den Haftbefehl eröffnen und
über den Vollzug der Untersuchungshaft entscheiden wird.

Der Generalbundesanwalt beim Bundesgerichtshof (GBA)
Frauke Köhler
Staatsanwältin
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