POL-MFR: (1064) Steinewerfer auf die A 3 und A 73 im Bereich Erlangen gefasst – Pressekonferenz des Polizeipräsidiums Mittelfranken und der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth

Mittelfranken (ots) – In der Nacht zum 09.05.2018 warfen zunächst
unbekannte Täter Steine sowie Europaletten von Brücken der A3 und A73
im Bereich Erlangen auf mehrere darunter vorbeifahrende Fahrzeuge
(siehe Meldungen Nr. 693, 695, 708). Zwei Tatverdächtige wurden
zwischenzeitlich festgenommen, sind geständig und befinden sich in
Untersuchungshaft.

Die Personen warfen große Pflastersteine (ca. 20 x 20 cm) und zwei
Europaletten auf fahrende Autos, die auf der A3 und A73 in Baiersdorf
(Lkrs. Erlangen-Höchstadt) und Eltersdorf (Stadt Erlangen) unterwegs
waren sowie auf einen fahrenden Zug in der Nähe des Bahnhofes
Eltersdorf (Bahnstrecke Nürnberg – Bamberg). Dabei wurden neun
Fahrzeuge sowie ein Zug der Deutschen Bahn beschädigt.

Zwei Steine durchschlugen die Windschutzscheiben der Fahrzeuge.
Einer durchschlug die Windschutzscheibe eines LKW, in dessen
Führerhaus der Beifahrer getroffen wurde. Der 24-Jährige erlitt
glücklicherweise keine lebensgefährlichen Verletzungen, wurde aber
zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.

Nur dem Zufall war es zu verdanken, dass niemand schwerer verletzt
oder gar getötet wurde.

Eine sofort eingeleitete Fahndung, bei der auch ein
Polizeihubschrauber eingesetzt war, verlief in der Tatnacht ohne
Erfolg. Der Kriminaldauerdienst Mittelfranken sicherte alle
tatrelevanten Spuren vor Ort.

Die Kriminalpolizei Erlangen übernahm die weiteren Ermittlungen
und errichtete am 09.05.2018 die Ermittlungskommission „EKO Stein“.
Dieser gehörten in der Hochphase bis zu 28 Beamte, die größtenteils
Angehörige der KPI Erlangen waren, an. Unterstützung bekamen sie von
der Polizeiinspektion Erlangen-Land sowie der Fahndungskontrollgruppe
der Verkehrspolizei Erlangen.

Die weiteren Ermittlungen erfolgten in enger Zusammenarbeit mit
der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Zweigstelle Erlangen, wegen
versuchten Mordes in mindestens sechs Fällen.

Im Zuge dessen schöpften die Beamten alle rechtlichen und
ermittlungstaktischen Möglichkeiten aus. Nicht nur Angehörige der
Operativen Fallanalyse des Polizeipräsidiums München (im Volksmund
„Profiler“ genannt), auch Spezialeinsatzkräfte waren in die
Ermittlungen mit eingebunden.

In der Folge wurde mit mehreren Presseveröffentlichungen nach
Zeugen gefahndet, (Meldung Nr. 693, 695, 708, 736, 818)
Fahndungsplakate erstellt, Flyer verteilt und eine Anwohnerbefragung
durchgeführt. Außerdem befragten die Ermittler auf den Tag genau eine
Woche später an den relevanten Tatörtlichkeiten die
Verkehrsteilnehmer, um weitere Fahndungsansätze zu erhalten.

Die intensive Ermittlungsarbeit der „EKO Stein“ unter enger
Einbindung der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Zweigstelle
Erlangen, ergab schließlich einen dringenden Tatverdacht gegen zwei
junge Männer im Alter von 16 und 19 Jahren.

Auf Antrag der Staatsanwaltschaft Nürnberg-Fürth, Zweigstelle
Erlangen, erließ der Ermittlungsrichter des AG Erlangen am 09.07.2018
Haftbefehl wegen versuchten Mordes, gefährlichen Eingriffs in den
Straßenverkehr, gefährlicher Körperverletzung und gefährlichen
Eingriffs in den Bahnverkehr. Die Haftbefehle wurden am 12.07.2018
unter Einbindung von Spezialkräften vollzogen.

Bei den anschließenden Wohnungsdurchsuchungen stellten die Beamten
umfangreiches Beweismaterial sicher. Die Ermittler fanden unter
anderem Diebesgut, das nach ersten Erkenntnissen aus einer
Gartenhauseinbruchserie im Raum Erlangen stammt. Ferner wurde eine
Brandstiftung am 04.05.2018 in einer ehemaligen Düngemittelfabrik in
Erlangen-Eltersdorf eingeräumt. Die Ermittlungen diesbezüglich dauern
an.

Derzeit befinden sich die jungen Männer in Untersuchungshaft.

Elke Schönwald

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