POL-MA: Heidelberg: Heidelberger Präventionspreis 2017 – 1. Preis an Verein Mosaik Deutschland e.V. für das Projekt „Quwwa – Radikalisierung präventiv begegnen“




Heidelberg (ots) –

Beeindruckt von der Vielfalt der diesjährigen Bewerbungen zeigten
sich die rund 70 Gäste im schönen Spiegelsaal des Palais Prinz Carl
bei der diesjährigen Verleihung des Heidelberger Präventionspreises.
Der Preis, der seit 2009 vom Verein Sicheres Heidelberg e.V.
ausgeschrieben wird, steht unter dem wiederkehrenden Motto
„Heidelberg macht Mut!“ und hatte in diesem Jahr das Thema
„Gesellschaft im Wandel – Prävention geht alle an!“

Der 1. Preis ging an den Verein Mosaik Deutschland e.V. mit Sitz
in Heidelberg für das Projekt „Quwwa – Radikalisierung präventiv
begegnen“. Das Projekt wurde speziell für Heidelberg im April 2017
ins Leben gerufen. In Workshops für Schüler*innen und Fortbildungen
für Lehrkräfte möchte „Quwwa“, das arabisch für Kraft und Stärke
steht, vor dem Hintergrund einer stark polarisierten Diskussion zum
Thema Islam und Muslime bestehende Verunsicherung abbauen.
Gleichzeitig werden Informationen gegeben, wie Schulen der immer noch
wachsenden Strömung des Salafismus begegnen und sich bei beginnenden
Radikalisierungsverläufen bei Schüler*innen positionieren können.
Bürgermeister Wolfgang Erichson hob in seiner Laudatio hervor, wie
sinnvoll dieses Enga-gement angesichts der Flüchtlingsbewegungen aus
Krisengebieten und der religiös motivierten Anschläge in Europa sei.
Lehrkräfte seien damit oft überfordert und bräuchten einen
Ansprechpartner für Ihre Fragen. Quwwa bietet hierzu auch eine
Hotline an. Eine Vorlesungsreihe zu den Themenfeldern ist in Planung.
Yasemin Soylu und Ethem Ebrem von Mosaik Deutschland e.V. freuten
sich über den 1. Preis und das damit verbundende Preisgeld in Höhe
von 1000 Euro.

Der 2. Preis und 500 Euro gingen an die Julius-Springer-Schule für
das Projekt „Was wir alleine nicht schaffen, schaffen wir zusammen“.
In den sogenannten VABO-Klassen lernen minderjährige Flüchtlinge die
deutsche Sprache. Dabei werden sie von gleichaltrigen Mitschülern
angeleitet, wobei sich Kontakte für eine gemeinsame
Freizeitgestaltung ergeben. Dies wiederum bringt den jugendlichen
Flüchtlingen die deutsche Lebensweise näher. Ein kurzweiliger
Filmbeitrag der Julius-Springer-Schule rundete die Bewerbung ab und
überzeugte die Jury. Polizeipräsident Thomas Köber hob in seiner
Ehrung hervor, dass das Projekt durch seine Niedrigschwelligkeit und
seine Übertragbarkeit auf andere Schulen preiswürdig sei. Das Projekt
trage ebenfalls dazu bei, dass Heidelberg sehr wenige Probleme mit
unbegleiteten minderjährigen Ausländern aus Flüchtlingsgebieten habe.
Über die Auszeichnung freuten sich neben Schulleiterin Uli Liebler
die Jugendsozialarbeiterin Birgit Krudewig sowie die Klassenlehrerin
und die Schüler*innen der VABO-Klasse.

Seit 16 Jahren unterstützt Anpfiff ins Leben e.V. nun bereits die
Jugendsportförderung an verschiedenen Standorten in der Region. In
Kooperation mit der SG Heidelberg-Kirchheim hatte sich der Verein mit
dem Projekt „Präventive Projekte und soziale Aktionen 2017“ um den
Heidelberger Präventionspreis beworben und die Jury durch eine
aussagekräftige Bewerbung überzeugt. Isabel Arendt vom Amt für Schule
und Bildung überreichte den Preis und ging dabei auch auf die
Aktionen ein, die neben Gewalt- und Suchtprävention auch die Themen
Selbstbewusstsein fördern und sicherer Umgang mit Medien zum Inhalt
hatten. Darüber hinaus gab es auch soziale Aspekte wie z.B. einen
Projektbaustein mit dem Heidelberger Verein Obdach e.V. Philipp
Schmidt von Anpfiff ins Leben e.V. nahm den Preis gemeinsam mit
jugendlichen Spielern und Kooperationspartnern entgegen.

Dass beim Heidelberger Präventionspreis keine Bewerber leer
ausgehen hat eine schöne Tradition. So erhielten alle weiteren
Bewerber eine Anerkennungsurkunde für ihr Engagement aus den Händen
von Jurymitglied Siegbert Moraw. Die Anerkennungen gingen an den
Asylarbeitskreis Heidelberg, den Frauennotruf gegen sexuelle Gewalt
an Mädchen und Frauen, das Haus der Jugend, das Junge Theater
Heidelberg, die Geschwister-Scholl-Schule und den Verein New Limes &
Wir e.V.

In seinem Grußwort zur Preisverleihung stellte Prof. Dr. Markus
Pohlmann, stellvertretender Direktor des Max-Weber-Instituts für
Soziologie der Universität Heidelberg, die Bedeutung der Zivilcourage
für die heutige Gesellschaft heraus. Dabei nahm er Bezug auf
verschiedene reale Begebenheiten und kam zu dem Schluss, dass unsere
Gesellschaft Menschen mit Zivilcourage benötigt und diese nicht
alleine gelassen dürfen. Es sei deshalb wichtig, dass es Initiativen
wie den Heidelberger Präventionspreis gebe, der sozialem Engagement
eine Plattform biete und auch kleine Initiativen in ihrer Arbeit
bestärke.

Für die musikalische Begleitung des Abends sorgten die
„Streetchords“ Claus Preißler und Stefan Lindenau.

Reiner Greulich, Geschäftsführer des Vereins Sicheres Heidelberg
e.V., führte bei der Preisverleihung durch das Programm und kündigte
abschließend an, dass sich der Präventionspreis 2018 mit dem Thema
„Nachhaltige Projekte“ befassen werde.

Hintergrundinformationen:

Die Jury 2017:

Isabel Arendt, Amt für Schule und Bildung, Beisitzerin bei
Sicheres Heidelberg e.V.; Prof. Dr. Dieter Dölling, Leiter des
Kriminologischen Instituts der Universität Heidelberg, Beisitzer bei
Sicheres Heidelberg e.V.; Siegbert Moraw, Sparkasse Heidelberg,
Schatzmeister bei Sicheres Heidelberg e.V.; Winfried Monz,
Geschäftsführender Schulleiter der SBBZ, der Grund-, Real- und
Gemeinschaftsschulen und Schulleiter der Graf-von-Galen Schule als
externes Jurymitglied 2017

Alles rund um die bisherigen Preisverleihungen findet man unter
www.sicherheid.de.

Die Geschäftsstelle des Vereins ist zu erreichen unter
info@sicherheid.de oder Tel. 01727 618161.

Rückfragen bitte an:

Polizeipräsidium Mannheim
Stabsstelle Öffentlichkeitsarbeit
Dieter Klumpp
Telefon: 0621 174-1105
E-Mail: mannheim.pp.stab.oe@polizei.bwl.de

Home

Original-Content von: Polizeipräsidium Mannheim, übermittelt durch news aktuell

Homepage: Polizeipräsidium Mannheim | Publiziert durch presseportal.de.




Hinterlassen Sie eine Antwort.