110407-1. Erkenntnisse der Mordkommission zum Tötungsdelikt und anschließendem Suizid in Hmb.-Hamm-Nord
Apr
2011
POL-HH
Hamburg (ots) - Siehe auch Pressemitteilung 110406-5.
Die Kriminalbeamten der Mordkommission haben zwischenzeitlich folgenden Tatablauf ermittelt:
Die 34-jährige Geschädigte hatte sich von ihrem Lebensgefährten, dem 36-jährigen Tatverdächtigen getrennt.
Gestern Nachmittag war die Frau zusammen mit ihrem Bruder (30) zum Tatort gefahren, um persönliche Gegenstände aus der ehemals gemeinsamen Wohnung abzuholen. Dies hatte sie ihrem ehemaligen Lebensgefährten zuvor telefonisch mitgeteilt. Der 36-Jährige erwartete die beiden vor dem Haus.
Nach einem kurzen Wortwechsel schoss der Tatverdächtige mit einer Pistole (9 mm) auf die Frau und deren Bruder. Der 30-Jährige wurde von einem Schuss in den Oberkörper getroffen und verstarb am Tatort.
Die 34-Jährige wurde im Bereich Leiste getroffen und stürzte zu Boden.
Ein 28-jähriger Passant, der auf die Tat aufmerksam wurde, sprach den 36-Jährigen an, um zu schlichten. Daraufhin gab der Täter zwei Schüsse auf ihn ab. Dem 28-Jährigen, der eine Schussverletzung im Bereich der Hüfte erlitt, gelang es zu flüchten. Kurz darauf brach er an der U-Bahn-Station Hammer Kirche zusammen und wurde dort gefunden.
Beim Eintreffen der Polizisten hielt der Täter seine Waffe noch in der Hand und tötete sich mit einem Schuss in den Kopf.
Die 34-jährige Frau und der 28-Jährige wurden in Krankenhäusern notoperiert. Lebensgefahr besteht für beide nicht mehr.
Gestern, um 16:20 Uhr und demnach zeitgleich mit dem Beginn der Tat, suchten eine 28-jährige Frau und ein 36-jähriger Mann das Polizeikommissariat 31 auf und zeigten an, am Dienstagnachmittag von dem Tatverdächtigen mit einer Schusswaffe bedroht worden zu sein. Der Täter hatte die Geschädigten unter einem Vorwand in seine Wohnung bestellt. Die 28-jährige Frau und der 36-jährige Mann kannten sich vorher nicht. Der Tatverdächtige hielt die Geschädigten dann gegen deren Willen in seiner Wohnung fest und gab an, aufgrund der Trennung von seiner Freundin verzweifelt zu sein. Als eine Verwandte des Täters hinzukam, beruhigte dieser sich und legte die Waffe weg. Die Geschädigten konnten dann die Wohnung verlassen. Beide gaben an, geschockt gewesen zu sein und aus Angst erst gestern die Polizei aufgesucht zu haben.
Der Tatverdächtige ist als Sportschütze registriert und Inhaber eines kleinen Waffenscheines. Die Tatwaffe besaß er legal und sie war auf ihn zugelassen.
In seiner Wohnung wurden zwei weitere legale scharfe Schusswaffen gefunden und sichergestellt.
Der 36-jährige Beschuldigte war bisher polizeilich nicht bekannt.
Le.
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