Samstag, 19. Mai 2012 | Internetzeitung
 

Zweifacher Erfolg für Hannelore Elsner

Schauspielerin Hannelore Elsner ist am Freitag beim Bayerischen Filmpreis doppelt ausgezeichnet worden. Archivfoto. (Foto: dapd) - Foto: ddp/Michael Gottschalk
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"Das Blaue vom Himmel" gewinnt beim Bayerischen Filmpreis - Regie-Trophäe für Tykwer

München (dapd). Doppelter Grund zur Freude für Hannelore Elsner: Die Schauspielerin ist beim Bayerischen Filmpreis am Freitagabend in München nicht nur mit dem Ehrenpreis für ihre "herausragende" Karriere ausgezeichnet worden. Das Drama "Das Blaue vom Himmel", in dem sie die Hauptrolle spielt, wurde von der Jury auch zum besten Film gekürt und erhielt den Produzentenpreis. In dem Werk von Regisseur Hans Steinbichler, das Ende März in die Kinos kommt, spielt Elsner eine an Demenz erkrankte Frau, die gemeinsam mit ihrer Tochter (Juliane Köhler) eine Reise in ihre Vergangenheit nach Riga antritt.

Produzent Uli Aselmann habe "einen faszinieren Film" realisiert, der das Publikum in den Bann ziehe, lobte die Jury. In eindrucksvollen Bildern werde ein Familiendrama enthüllt, das über Jahrzehnte im Verborgenen geschlummert habe. Der Produzentenpreis ist die mit 200.000 Euro höchstdotierte Auszeichnung beim Bayerischen Filmpreis.

Tom Tykwer durfte sich über den Regiepreis für seinen Film "Drei" freuen. In dem Großstadt-Drama erzählt er die Geschichte eines Paares, das nach 20 Jahren Beziehung eine turbulente Veränderung erlebt: Beide verlieben sich, ohne von der Affäre des Anderen zu wissen, in denselben Mann. Durch Tykwers elegante Schauspielführung erlebe der Zuschauer auch die heikelsten Situationen als natürlich und selbstverständlich, "was dem Film eine wunderbare Leichtigkeit gibt", lautete die Begründung.

Für Tykwer ist es bereits der vierte Bayerische Filmpreis. Seine Hauptdarstellerin Sophie Rois wurde als beste Schauspielerin geehrt. Ihre "in jedem Moment glaubwürdige Darstellung" sei "fern von Klischees", ihr Gesicht zeige "jeden Gedanken, jedes Gefühl", hoben die Juroren hervor.

Bei den Schauspielern überzeugte Edgar Selge mit seiner Rolle in "Poll", dem neuen Kinofilm von Regisseur Chris Kraus ("Vier Minuten"). In dem Drama, das im Sommer 1914 spielt und lose auf den Memoiren der Berliner Autorin Oda Schaefer (1900 - 1988) basiert, liefere er als baltischer Gutsherr mit Leidenschaft am Sezieren "grandiose Schauspielkunst" ab. Der Zuschauer sei "zwischen Entsetzen und Faszination hin- und hergerissen".

"Poll" startet Anfang Februar in den Kinos und war beim Bayerischen Filmpreis in zwei weiteren Kategorien erfolgreich: Paula Beer, die Oda Schaefer als 14-jähriges Mädchen spielt, ist beste Nachwuchsdarstellerin und laut Jury "die Entdeckung des Kinojahrs". Silke Buhr erhielt die Trophäe für das beste Szenenbild.

Die Preise - symbolisiert durch die Porzellanfigur "Pierrot" - wurden in diesem Jahr in 15 Kategorien vergeben und sind mit insgesamt 300.000 Euro dotiert. Schauspieler Florian David Fitz durfte sich über den Drehbuchpreis zum Kinoerfolg "Vincent will Meer" freuen, in dem er auch die Hauptrolle als junger Mann mit Tourette-Syndrom spielt. Die Zuschauer haben das tragikomische Roadmovie darüber hinaus zum beliebtesten Film des Jahres 2010 gewählt (Publikumspreis). Bester Kinderfilm wurde der erste deutsche 3D-Animationsfilm "Konferenz der Tiere".

Hannelore Elsner ist nach Ruth Leuwerik (1992), Marianne Hoppe (1997) und Liselotte Pulver (2000) die vierte Frau, die den Ehrenpreis erhält. Ministerpräsident Horst Seehofer (CSU) würdigte sie als "Grande Dame des Kinos". Er wünsche sich, "sie noch in vielen Rollen zu bewundern", sagte er laut Redemanuskript. Die Bayerischen Filmpreise wurden 1979 zum ersten Mal von der Staatsregierung vergeben. Sie gehören zu den bedeutendsten Medienpreisen in Deutschland.

(dapd nachrichtenagentur)

Tags: Kultur Meldung Film Auszeichnungen Filmpreis

 
 
 

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