Donnerstag, 17. Mai 2012 | Internetzeitung
 

Vom Lebemann lernen

Howard Carpendale (dapd) - Foto: dapd/Patrick Sinkel
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In ihrem ersten gemeinsamen Film spielen Howard und Wayne Carpendale weitgehend sich selbst

Berlin (dapd). Howard und Wayne Carpendale haben es sich mit ihrem ersten gemeinsamen Film nicht leicht gemacht. Zunächst einmal dauerte es lange, bis den beiden überhaupt ein Drehbuch gefiel. Zu kitschig fand Howard Carpendale die ihm vorgelegten Geschichten. An einem Drehbuch fanden Vater und Sohn aber schließlich doch Gefallen, und nach drei bis vier Monaten, in denen "gemeinsam daran gearbeitet" wurde, kam "Lebe dein Leben" heraus - eine Familienstory mit klischeehaften Figuren, zumindest aber mit einer durchaus wertvollen Botschaft. Der Film von Peter Sämann läuft am 24. Februar (20.15 Uhr).

Finn Sieveking (Wayne Carpendale) ist ein verantwortungsbewusster, junger Geschäftsmann. Er leitet gemeinsam mit seiner Mutter Maria (Heidelinde Weis) eine traditionsreiche Werft in Hamburg. Er wird geschätzt von seinen Untergebenen und verehrt von seiner attraktiven Sekretärin Caro (Luise Bähr) - letzteres übrigens, ohne es zu merken, wie der Zuschauer glauben soll. Was Finn nicht weiß: Seine Mutter ist schwer krank und bevor sie stirbt, will sie noch einiges in Ordnung bringen. Zum Beispiel will sie ihrem Sohn seinen Vater vorstellen.

Dieser Vater heißt Jonathan Clark (Howard Carpendale), weiß genauso wenig von dem Sohn, lebt in Florida und ist das, was man landläufig einen Lebemann nennt. Als Clark von seiner Vaterschaft erfährt, reist er sofort - natürlich nur mit Handgepäck - nach Hamburg und trifft dort Maria. Sie versucht ihm zu erklären, warum sie ihm den Sohn vorenthalten hat - weil sie ihn nämlich nicht einengen wollte. Jonathan Clark ist ein bisschen sauer deswegen, aber nicht sehr. Bevor Maria die Sache mit ihrem Sohn Finn besprechen kann, stirbt sie bei einem Autounfall.

Erst bei der Verlesung des Testaments seiner Mutter erfährt Finn also, wer sein richtiger Vater ist - der Mann, den er bislang für seinen Vater hielt, ist schon vor Jahren gestorben. Finn ist schockiert ob dieser Neuigkeit. Noch schockierender scheint für ihn jedoch die Vorstellung zu sein, künftig mit diesem Abenteurer-Lebenskünstler-Weltenbummler-Typen die Werft leiten zu müssen. Das hat nämlich seine Mutter so verfügt.

Trotz seiner nicht allzu großen Erfahrung mit großen Frachtern und seiner mangelnden Deutschkenntnisse, wie Finns Kollege und alter Studienfreund Frank Schröder (Jan Sosniok) spitz bemerkt, tritt Jonathan Clark selbstbewusst in der Firma auf und überrascht Finn mit der einen oder anderen guten Idee. Vor allem fällt er durch seine gute Menschenkenntnis auf. Er weiß zum Beispiel, dass ein gutes, durch ausgiebigen Wodka-Konsum aufgelockertes Gespräch bei einem russischen Geschäftsmann mehr bringt als markige Worte.

Auch braucht Finn seinen Vater, um zu erkennen, dass sein angeblicher Freund Frank ihn mit der intriganten Investorin Alexandra Vanderbilt (Sonja Kirchberger) hintergeht und dass seine Sekretärin auf ihn steht. Wie der Kampf um die Werft ausgeht, soll nicht verraten werden - nur, dass Vater und Sohn am Ende einiges voneinander gelernt haben werden.

Was dieses Drehbuch weniger kitschig macht als die anderen, die den beiden schon vorgelegt wurden, bleibt Carpendales Geheimnis, immerhin: gegen die Botschaft "Genieße dein Leben" und "Gönn dir auch mal 'ne Pause" kann wohl niemand etwas einwenden. Oder, um es mit den Worten Jonathan Clarks zu sagen: "Ich nehme mein Leben ernst, aber ich genieße es auch."

(dapd nachrichtenagentur)

Tags: Vermischtes Meldung Medien Fernsehen ARD Carpendale FEA Berlin

 
 
 

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