Dienstag, 15. Mai 2012 | Internetzeitung
 
Zum Autorenprofil von Elke Beiderwellen

Staatenhenker

Vom Lob der Ã-ffentlichkeit

Syrien (24PR-ebb). Sorry, ich meinte natürlich Staatenlenker. Allen voran der syrische Staatspräsident Assad, dem nun vom Sicherheitsrat-mit Ausnahme von China und Russland natürlich-das Prädikat 007 verliehen wurde, von dem jedermann weiß, dass dies die Lizenz zum Töten ist.

Diesem Präfix ist Assad in den letzten elf Monaten mehr als gerecht geworden, hat er doch über 7000(!) seiner Untertanen massakrieren lassen. Die Nacht in Homs hat wieder etliche Tote und Verletzte eingebracht und mehr als einen drohenden Zeigefinger bringt die UN nicht zustande.

Den Russen geht es um florierende Waffengeschäfte mit Syrien, deshalb die Weigerung Sanktionen gegen Assad in Kraft zu setzen und, um ein ganzes Volk auszurotten, braucht es eine Menge Waffen.

Den Chinesen geht es-dreimal dürfen sie raten-um Ã-l und Gas, wer hätte das gedacht?

Es geht immer um pekuniäre Interessen, eigentlich nichts Neues, aber immer wieder neu durch seine brutale Realität. Unsereins fühlt sich genau so lange schlecht, bis die Berichterstattung über das Leiden eines Volkes in den Nachrichten vorbei ist. Danach gehen wir zur Tagesordnung über und vergessen Syrien bis zur nächsten aktuellen Meldung über weitere Todesopfer.

Nach dem Motto: «Der werfe den ersten Stein», sind wir alle nicht frei von Schuld.

Aber, was können wir tun?

Es öffentlich machen, immer und immer wieder! Unsere Aufmerksamkeitsspanne länger als einige Fernsehminuten währen lassen.

Den Oppositionellen im Land das Gefühl geben, dass sie gehört und nicht vom Rest der Welt vergessen werden.

Das ist so wenig, aber doch viel mehr als wir im Moment tun. Hinschauen und solange nicht mehr weg sehen, bis alle Missstände aufgezeigt sind. Mithilfe der neuen Medien die Verbindung zu den Opfern dieses Terrorregimes aufrecht erhalten.

Die Fotos und Aufzeichnungen ihrer Leiden öffentlich machen und darin nicht nachlassen.

Allein das Wissen darum, dass die Welt mitfühlt, ihre unbedingte Solidarität, kann Stärke verleihen.

Dies hört sich jetzt zwar sehr pathetisch an, aber was bleibt uns sonst?

Es sind immer die Vergessenen, die uns anklagen, weil unsere Aufmerksamkeit nicht weiter als «unsere Nasenspitze reicht», wie die Geschichte zeigt.

Die «Was geht mich das an? -Haltung» sitzt tief in uns drin und ist im Zeitalter der Globalisierung ein Anachronismus, der so nicht mehr aufrecht erhalten werden kann und darf.

Tags: Cina Russland Sicherheitsrat Syrien Politik Glosse Staatenlenker

 
 
 

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