Gunter Gabriel erinnert an seinen Lehrmeister Johnny Cash
Hamburg (dapd). Johnny Cash hat in seinen Liedern eine bessere Welt gefordert. Der Countrystar starb am 12. September 2003 nach Komplikationen infolge einer Diabetes. Am kommenden Sonntag wäre er 80 Jahre alt geworden. Auch wenn sich der Schlagersänger Gunter Gabriel nicht als Fan bezeichnet, beeindruckt ist er von dem Star immer noch. "Cash war im Grunde mein Lehrmeister", sagte er in einem dapd-Interview. Sein dem Blues ähnlicher Rockabilly-Stil, habe ihn irgendwie angemacht.
Regelrecht auf die Knie gefallen sei er, als er Cash noch kurz vor seinem Tod in Tennessee besucht habe, erinnerte sich Gabriel. So erschütternd sei der Anblick gewesen. Die Bezeichnungen Rebell, Cowboy und Patriot für den Countrysänger, könne er auch für sich in Anspruch nehmen. "Cash wird in die Geschichte eingehen", betonte er.
Der Countrysänger bewies auch kurz vor seinem Tod noch Größe. "Alle, die mit ihm noch zum Schluss arbeiteten, mussten so tun, als wäre er in bester Verfassung", erinnerte sich Gabriel. "Das war das Erschreckendste und gleichzeitig das Großartigste." Cash habe immer angerufen, wenn er in Deutschland tourte. "Wir sind aufgetreten und danach haben wir noch ein bisschen an der Hotelbar rumgehangen", sagte er. Kurz vor seinem Tod habe Cash ihm sogar noch auf seinen Anrufbeantworter gesprochen.
Natürlich sei der Countrysänger sehr widersprüchlich gewesen. Bei einem Konzert in Köln habe er im Rausch den Text von seinem eigenen Song vergessen, sagte Gabriel. Einen Vorwurf für dessen langjährige Tablettenabhängigkeit macht er ihm nicht. "Er war ja kein hoher Priester", erklärte Gabriel.
(dapd nachrichtenagentur)
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