Samstag, 12. Mai 2012 | Internetzeitung
 
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Gottschalk live

Die kaschierte Dauerwerbesendung

Deutschland (24PR-ebb). Ich wollte es mir nicht antun. Wäre ich doch nur dabei geblieben! Der tägliche Talk mit Gottschalk verkam in meinen Augen zu einer « Dauerwerbesendung». Kaum war das Gespräch mit Herbig so richtig schön im Fluss, kam Werbung. Also fingen die beiden immer wieder bei null an, was in einer Art von Puzzleunterhaltung endete.

Der Zuschauer konnte die Satzfetzen dann mühsam ordnen und zusammen setzen, um einigermaßen ein Gesamtbild zu erhalten. Nun ja, ich habe genau bis zur Einblendung des Wetters durchgehalten, nachdem mir der wiederholt eingespielte Werbe- Count down die Stimmung schon reichlich vermiest hatte.

Die Privaten sind wenigstens so ehrlich und kennzeichnen eine Dauerwerbesendung als solche im durchlaufenden Ticker. Die íffentlich-Rechtlichen heucheln in diesem Punkt immer noch sehr gerne.

Irgendwie war ich auch sehr erleichtert und dankbar, für diesen, in meinen Augen misslungenen Start, da ich nun nicht von Montags bis Donnerstag um 19.20 Uhr vor der Flimmerkiste hocken muss.

Ob Gottschalk sich mit diesem Sendeplatz einen Gefallen erwiesen hat, sei dahin gestellt, denn dies ist seine Entscheidung.

Mein Wohnzimmer bleibt auf jeden Fall werbefrei.

Präsentiert wurde das ganze übrigens von Haribo-Goldbären, was mich nicht weiter überrascht hat.

Vermisst habe ich allerdings die übervolle Schale mit diesen Tierchen, aber das kommt vielleicht noch.

Die Werbebranche hat zwar verstanden, dass im Zeitalter der Fernbedienungen ein Knopfdruck genügt, um Sendungen weitgehend störungsfrei zu halten, denn warum hätten sie sonst ihre Programmunterbrechungen synchronisiert?

Was sie einfach nicht verstehen will, ist, dass witzige und intelligente Werbung vom Zuschauer sogar gerne angeschaut wird. Ich erinnere nur, an die «Witzigsten Werbespots der Welt».

Jedes Volk bekommt augenscheinlich die Werbung präsentiert, die es verdient, und ich mag gar nicht daran denken, welches Bild der Deutschen hinter diesem langweiligen, uninspirierten Quatsch steht, der uns da serviert wird.

Aber ich war ja noch bei Gottschalk.

Löblich war nur, dass er seine Sendung zur Finanzkrisen-, Wulff- und kochfreien Zone erklärt hat.

Wenn er sie auch zur werbefreien Zone erklärt, bin ich vielleicht wieder dabei.

Wie eklatant niedrig müssen unsere Rundfunk- und Fernsehgebühren doch sein, da die ARD es nicht schafft, eine halbe Stunde Werbeenthaltsamkeit zu üben.

Wenn schon dieses Konzept, dann aber auch konsequent!

Es läuft 30 Minuten lang Werbung, die immer wieder von ein bis zwei Sätzen von Gottschalk unterbrochen wird, während der Count-down Ticker eingeblendet wird.

Das wäre wenigstens ehrlich und ließe den Zuschauer nicht mit dem Gefühl zurück, offensichtlich zum Trottel gemacht worden zu sein.

Tags: Gottschalk Herbig Talk ARD Private Leute Glosse Dauerwerbesendung

 
 
 

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