Gestammelte Weisheiten
2012 wird das Jahr der Sprücheklopfer
Europa (24PR-ebb). Der Spruch des Jahres 2012 steht für mich bereits fest. Er stammt vom ungarischen Regierungschef Viktor Orban.
«Wir werden uns der Macht und nicht den Argumenten beugen», sagte er in Bezug auf die EU. Was zwingend voraussetzt, dass dem ungarischen Volk, plötzlich und unerwartet, die Denkfähigkeit abhanden gekommen ist. Der abrupte «Rechtsruck» des Balkanstaates ist nur ein weiteres Indiz.
Platz zwei bei den Sprüchen stammt vom Kapitän der Costa Concordia. Hoch und trocken in Sicherheit sitzend, fragte er den Mann von der Küstenwache: «Wie viele Leichen sind es denn?» Der fassungslose Adressat konnte nur noch schreien: «Das müssen Sie doch wissen, es ist doch Ihr Schiff!»
Immerhin ist die italienische Regierung so schlau, sofort einen Drogentest bei diesem geistig verwirrten Mann anzuordnen, was sich beim ungarischen Volk etwas schwierig gestalten würde.
Platz drei belegt unser BP Wulff. «Ich werde in Zukunft ein guter Bundespräsident sein», äußerte er sich bei seinem Fernsehinterview.
Wann beginnt diese Zukunft, werden sich nicht nur Deppendorf und Schausten gefragt haben. Jedenfalls war die gute Bettina von dieser demütigen Verteidigungsrede derart aus dem Konzept gebracht, dass sie einen Fauxpas beging, indem sie behauptete, für die Übernachtungen bei Freunden stets zu bezahlen. Man muss es der Journalistin nachsehen, denn die Ausführungen Wulffs hätten den größten Rhetoriker Deutschlands aus dem Konzept gebracht. Ob Wulff nun einen Drogentest absolvieren muss, entzieht sich jetzt meiner Kenntnis.
Mein Bruder teilte mir gestern telefonisch mit, wenn Wulff demnächst erwähnen sollte, der Repräsentant aller Deutschen zu sein, möchte er namentlich mit Angabe der Adresse als Ausnahme benannt werden. Dem würde ich mich natürlich sofort anschließen.
Das Jahr 2012 scheint das Jahr der Sprücheklopfer zu werden. Noch keinen Monat alt, schon hagelt es Eseleien. Ich werde natürlich am Ball bleiben, um mir keine davon entgehen zu lassen.
Außer Konkurrenz für den Spruch des Jahres läuft Gregor Gysi mit, der harte Bedingungen für eine eventuelle Koalition mit der SPD stellt, ohne sich vorab erkundigt zu haben, ob diese überhaupt koalieren will. «Abschaffung von Hartz IV, eine bezahlbare Gesundheitsreform und das Ende aller Kriegseinsätze» sind nur ein Ausschnitt aus seinem Forderungskatalog.
Ich sage nur, Drogentest!
Jedenfalls fällt mir das Versäumnis der Evolution in Bezug auf unsere Ohren bei diesem Schwachsinn wieder einmal schmerzlich auf. Sie schenkte uns lediglich Augenlider, die Ohrenlider hat sie leider vergessen.
Wenn das Jahr und seine Redner allerdings weiterhin das Hörzentrum zum Kochen bringen sollten, denke ich, sie wird es als eindeutigen Überlebensvorteil in Erwägung ziehen, uns Ohrenlider zu verschaffen. Geben wir ihr Zeit, das ist alles, was sie braucht.
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