Etwa 300 Trauergäste nehmen Abschied von Edgar Bessen
Hamburg (dapd). Der verstorbene Schauspieler Edgar Bessen ist am Montag in Hamburg beigesetzt worden. Zuvor hatten etwa 300 Gäste auf einer Trauerfeier in der Fritz-Schumacher-Halle auf dem Ohlsdorfer Friedhof von dem gebürtigen Hamburger Abschied genommen. "Edgar hätte sich über die Feier sicher gefreut", sagte Axel Schneider, Intendant der Hamburger Kammerspiele nach der etwa einstündigen Feier. "Es war eine gelungene Mischung, in welcher die Tiefe der Person gewürdigt und die Größe des Schauspielers geehrt wurde".
Der Charakterdarsteller war am 2. Februar in der Hansestadt im Alter von 78 Jahren gestorben. Mehr 50 Jahre lang war er auf den Niederdeutschen Bühnen zu Hause. So zählten auch zahlreiche Schauspielerkollegen wie Regina Lemnitz, Ole Schloßhauer und Hannelore Droege zu der Trauergemeinde. Auch der Intendant des Ohnsorg-Theaters der Hansestadt, Christian Seeler, erinnerte als Redner während der Trauerveranstaltung an das Wirken und Leben Bessens. "Es war eine große Ehre, ein paar letzte Worte für einen Bekannten, Freund und Lieben sprechen zu dürfen", sagte Seeler. Er habe Edgar Bessen als einen sehr bodenständigen und auch mutigen Mann in Erinnerung.
Im Ohnsorg Theater begann 1960 die Karierre des gelernten Tischlers. Hier spielte sich Bessen unter anderem als Partner von Heidi Mahler, der Tochter von Heidi Kabel, rasch in die Herzen der Zuschauer und wurde durch die Fernsehübertragungen auch bundesweit zum Publikumsliebling. Mehr als 20 Jahre konnten Besucher des Theaters den Volksschauspieler in verschiedensten Rollen erleben.
Seinen Erfolg habe Bessen vor allem seiner künstlerischen Bandbreite zu verdanken, so Seeler. "Er hat den Fischer, den Bauern, den Tölpel gespielt. Er konnte aber nicht nur spielen - er konnte singen, tanzen und sogar steppen. Er war ein Prädikatsschauspieler." Und auch wenn Bessen mit 46 Jahren vom Ohnsorg-Theater auf andere Bühnen wechselte, so bliebe er doch immer der Edgar vom Ohnsorg.
Bessen bleibt der Edgar vom Ohnsorg
1979 verließ Bessen das Ohnsorg-Theater und suchte neue künstlerische Herausforderungen. In den Folgejahren gastierte er an verschiedenen Theatern, darunter das Ernst Deutsch Theater, die Hamburger Kammerspiele, die Landesbühne Schleswig, das Deutsche Schauspielhaus, das Frankfurter Theater am Turm und das Berliner Theater am Kurfürstendamm, später auch das Hamburger Thalia-Theater die Komödie Winterhuder Fährhaus und das Altonaer Theater. Daneben stand er immer wieder für Fernsehrollen vor der Kamera. In der Jubiläumsspielzeit 2002/03 kehrte Bessen für die Rolle des Jan Kreyenborg im Klassiker "Wenn de Hahn kreiht" ans Ohnsorg-Theater zurück.Bessen ist Generationen von Zuschauern auch als der junge Dieter Brummer in der berühmten Komödie "Tratsch im Treppenhaus", als Zollfahnder Globig neben Uwe Friedrichsen in der NDR-Krimi-Reihe "Schwarz - Rot - Gold" und als Kommissar Glockner in der Kinder-Hörspielserie "TKKG" ein Begriff. In mehreren Folgen stand er auch für den NDR-"Tatort" vor der Kamera. Für seine Leistungen wurde er unter anderem mit der Biermann-Ratjen-Medaille der Freien und Hansestadt Hamburg geehrt.
(dapd nachrichtenagentur)
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