Dschungelcamp
Das eigentliche Ziel der Evolution
Deutschland (24PR-ebb). Im Prinzip ist das ganze Leben ein einziges Dschungelcamp. Man muss sich also nicht, wie gewisse Z-Promis extra in ein Camp dieser Art verbringen lassen. Fragen Sie einmal unseren BP, der ganz Bellevue als solches empfinden muss.
Jede Warteschlange an der Supermarktkasse, jeder Stau auf der Autobahn, jeder notorische Langsamfahrer schafft es, uns auf Primatenniveau zurücksinken zu lassen. Wobei mir gerade auffällt, dass sich Primaten häufig sittlicher benehmen als der Homo sapiens.
Die drei oligopolmäßig zuschlagenden Rating-Agenturen aus den USA bringen, indem sie einmal kurz hüsteln, ganz Europa auf die Palme, Dschungel eben.
Der Firnis der Zivilisation ist hauchdünn.
Nehmen wir einmal den Kapitän eines gewissen Kreuzfahrtschiffes. Ein durch einen Navigationsfehler geschlagenes Leck in seinem Luxusliner verwandelt ihn augenblicklich in eine Ratte, die als erstes das Schiff verlässt.
Ein angedrohter Artikel, und unser BP brüllt unter Umgehung der Großhirnrinde eine fremde Mailbox voll.
Wir sind zum großen Teil noch immer Stammhirn gelenkt und gebrauchen die, evolutionär gesehen noch sehr jungen, Großhirnareale nur, wenn wir unbedingt müssen. Jeder städtische soziale Brennpunkt ist der eindringliche Beweis dafür wie nah wir dem Dschungel innerlich noch sind.
Paradoxerweise ist das öffentliche Interesse am Dschungelcamp ein weiterer Beweis.
Gehen Sie einmal auf das Münchner Oktoberfest, oder besuchen Sie am Wochenende die Hochburgen der Kegelclubs, um die Krone der Schöpfung in voller Aktion zu sehen.
Mischen Sie sich in der Zeit von Weiberfastnacht bis Aschermittwoch unter die Bevölkerung der Rheinmetropolen, oder besuchen Sie ein Schützenfest in einem beliebigen deutschen Ort. Dies als Dschungel zu bezeichnen wäre eine Beleidigung desselben.
Verfolgen Sie die von rasender Wut angeheizten Flaggenverbrennungsrituale in gewissen Gegenden unserer Erde einmal mit Sinn und Verstand, da reichen 4000 Jahre Philosophiegeschichte nicht aus, um für dieses Verhalten eine Erklärung zu liefern.
Ich möchte an dieser Stelle einmal mehr den Volksmund bemühen. «Gefährlich ist`s den Leu (Löwen) zu wecken, verderblich ist des Tigers Zahn, doch der schrecklichste der Schrecken, ist der Mensch in seinem Wahn».
Dem wäre eigentlich nichts mehr hinzu zu fügen, wäre da nicht die schmerzliche Tatsache, dass uns die Fähigkeit der Erkenntnis, von wem auch immer, geschenkt wurde.
Über dem Orakel von Delphi stand der Spruch: Erkenne dich selbst und darin soll gestanden haben: Dann erkennst du Gott.
Davon sind wir noch Lichtjahre entfernt. Die Evolution ist somit noch nicht zu Ende, da wir offensichtlich nicht das darstellen, was wir meinen zu sein.
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