Samstag, 12. Mai 2012 | Internetzeitung
 
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Doping

Ersetzt die olympischen Ringe endlich durch ein Pharma-Logo

Deutschland (24PR-ebb). Welche Überraschung! Sportler dopen! Wer hätte das gedacht?!

In Erfurt wurde reichlich Blutdoping betrieben, wie jetzt zum blanken Staunen und Entsetzen für jedermann heraus kam.

Dem Sportler wird Eigenblut entnommen, das ihm nach einiger Zeit wieder infundiert wird. Die Blutentnahme erhöht den Spiegel eines Stoffes, der dafür sorgt, dass mehr rote Blutkörperchen gebildet werden, die, wie allgemein bekannt, für den Sauerstofftransport im Körper sorgen. Bekommt er dann die entnommenen roten Blutkörperchen zurück, verfügt er theoretisch über mehr Sauerstoffträger.

Für mich als ërztin geht der physiologische Effekt dieser Maßnahme gegen Null, aber der Glaube versetzt bekanntlich Berge.

Der Placebo-Effekt, das heißt, die Wirkung von Scheinmedikamenten ist wissenschaftlich so ausreichend bewiesen, dass ich hier nicht näher darauf eingehen muss.

Claudia Pechstein hat allen voran ihrem Namen wieder einmal Ehre gemacht, denn zweimal beim Doping erwischt zu werden, ist schon ausgesprochenes Pech.

Erfurt wird zur Hochburg des Dopings. Andreas Franke, der Sportmediziner entpuppt sich als Doping-Papst. Wahrscheinlich wurde wieder einmal die DDR-Nostalgie ein wenig übertrieben.

Was mich nur wundert, ist, dass sich überhaupt noch jemand wundert.

Persönlich bin ich für die Freigabe jeglichen Dopings-es sei denn, Minderjährige oder Tiere sind in die Sportart involviert.

Dann weiß man doch endlich, welche Chemie- und Pharmariesen offiziell bei Wettkämpfen gegeneinander antreten, und der Sieger ist dann verpflichtet, die nächsten internationalen Vergleiche zu sponsern, denn Geld genug haben sie ja.

Die olympischen Ringe würden durch das Logo des Pharmaunternehmens ersetzt, dass die besten Dopingmittel produziert, was wenigstens ehrlich wäre.

Unvergesslich ist mir der Anblick der ostdeutschen Schwimmerinnen bei der Olympiade 1972 in München, die natürlich keinesfalls gedopt waren, aber bei denen man zweimal hinschauen musste, um heraus zu finden, ob es sich um Männlein oder Weiblein handelte.

Das zwischenmenschliche Kräftemessen ist schon lange zum Kräftemessen der Medikamentencocktails verkommen, wobei die Fairness natürlich als erstes auf der Strecke blieb.

Bringen wir wenigstens Ehrlichkeit und Fairness zurück. Jeder Sportler trägt ein Trikot, auf dem genau vermerkt ist, was er «eingeworfen» hat.

Eine lebende Packungsbeilage, wenn man so will, nicht zu vergessen der berühmte Satz: Zu Risiken und Nebenwirkungen ...

Tags: Erfurt Franke Pechstein Blutdoping Sport Glosse Doping

 
 
 

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