Kommentar von Arnd H. Moritz
Denk ich an Deutschland
Ein Freund, ein guter Freund
Berlin (24PR-arhemo). Mehrheitlich scheinen sie sich einig zu sein, die Ritter vom heiligen Schein, ihren Präsidenten für amtsunwürdig zu erklären.
Diesem ist die Palette der Farben der Wirklichkeit entglitten, dieweil er in strategischer Demut versucht, ein Bild zu übertünchen, dessen Genre kaum zu kaschieren ist: Gott Mammon, sein Staat und wahre Männerfreundschaft.
Die Republik trägt mittlerweile eine Gesamtschuldenlast von über 2 000 000 000 000 Euro und Armut galoppiert als apokalyptischer Reiter durch ein sich abschaffendes Deutschland, das sich anmaßt, anderen Ländern vorzuschreiben, wie sie zu genesen haben.
Die oberste Stimme dieses wundersamen Landes verkörpert etwas Wunderbares. Politisch machtlos, hält sie die wahre Kraft menschlicher Tugenden hoch und verkündet die duale Möglichkeit von Moral und Wirklichkeit.
Bislang war diese Stimme machtvoll und klar, sauber und rein. Von Weizsäcker, Herzog, Köhler. Allesamt Menschen, vor denen man Hut oder Zylinder ziehen musste. Deutschland konnte stolz auf diese Persönlichkeiten sein, die die Fülle ihrer Weisheit und ihres Wissens in dieses Amt einbrachten.
Diese Männer trugen wesentlich dazu bei, die deutsche Demokratie stark zu machen. Es ist das Wesen dieses höchsten Amtes, alles von seinem Inhaber zu fordern, damit das Amt von den Bürgern gefordert werden kann.
Schwäche ist nichts Unehrenhaftes. Sie ist sogar sympathisch und der Umgang mit eigener Schwäche kann Beweis für wahre Eigenstärke sein. Auch das kann das Amt vermitteln.
Wenn dieser Umgang aber den Bezug zur Volksweisheit, "Sage mir, mit wem du umgehst, und ich sage dir, ..." unter dem Bekenntnis "Ein Freund, ein guter Freund, das ist der größte Schatz, den's gibt" offenbar werden lässt, dann frisst sich Fäulnis von der Wurzel zur Krone.
Und Staatskaries macht sich zunehmend breit, so dass eine Wurzeloperation ratsam werden kann.
Politisch instinktlos lernt ein Präsident zu erkennen, dass juristisch Rechtes nicht unbedingt richtig sein muss. Eine präsidiale Erkenntnis von wahrhaft kantkategorialem Imperativformat wuchs in einem Umkreis von Hütern, Erkennenden und Urteilenden in Sachen einer Wahrheit, die besser die jeweils eigene zu nennen ist:
Die SPD schweigt und toleriert mit Alibikritik. Die CDU sagt JA, wo sie in Verantwortung steht. Stimme des Gewissens und der Zivilcourage hier allerdings: Vera Lengsfeld.
Die Linke spricht mit Geschmäckle aus, was sie selbst nie erfüllen kann und die Liberalen haben ihre Bedeutung ohnehin verspielt.
Und die Journaille, BILD-gemeintes Opfer und Richterin zugleich? Sie spielt das gleiche Spiel. Da werden Facebook-Inhalte sprachlich bereingt verlesen, weil Fäkalsprache asozialer Sozialnetzwerkteilnehmer unzumutbar, und diese als Elemente von Volkes Stimme hochgewertet. Das Unrecht des ersten Steines erhält im Meinungsgetwitter einer marktkonformen Massenkultur die Robe des Scharfrichters.
Sie alle, und damit die deutsche Politik insgesamt, machen die Aufgaben des Amtes zum Funktional ihrer jeweiligen Machtkalküle. Sie beschädigen, was der Steuermann lenken und repräsentieren soll.
So entern Piraten ein Schiff, dessen Kapitän sicher auch einst die, nicht in dieses Artikels Sinne zu verstehenden, aber hier passenden, Worte Heinrich Heines vernahm: "Denk ich an Deutschland ..."
Tags: Heinrich Heine Politik Kommentar Lengsfeld Bundespräsident
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