Anders Bardal siegt in Willingen und holt Weltcupführung
Willingen (24PR-kh). Nach dem Sieg im Teamspringen am Vortag gewinnt Norwegen mit Anders Bardal auch den zweiten Wettbewerb bei der FIS Team Tour 2012 in Willingen. Mit 145,5 und 148 Metern verweist er Roman Koudelka (CZE) und Daiki Ito (JPN) auf die Plätze 2 und 3. Bester Deutscher wurde Richard Freitag als Siebter.
Überraschend schied Andreas Kofler, der bis dahin Führende in der Weltcupwertung, bereits nach dem ersten Durchgang als Fünfzigster aus. Bardal übernahm mit seinem Sieg Platz eins im Weltcup. Auch der Zweite, Gregor Schlierenzauer, profitierte vom schlechten Abschneiden seines Teamkollegen und zog an Kofler vorbei. Mit Rang 18 enttäuschte jedoch auch er, ebenso wie Thomas Morgenstern als Dreizehnter. Bester Österreicher wurde Martin Koch (Platz 8).
Noch einen Platz besser klassifizierte sich Richard Freitag als bester Deutscher. Severin Freund wurde Neunter, Andreas Wank als dritter deutscher Finalist sprang auf Platz 17, ein erneut gutes Mannschaftsergebnis des Teams Deutschland nach dem dritten Platz am Vortag. Doch die Podestplätze waren sowohl für die deutschen wie auch die österreichischen Springer in Willingen in weiter Ferne. In der Gunst des Publikums belegten Freitag und Freund allerdings eindeutig die ersten Plätze. Geduldig gaben die beiden deutschen Vorzeigespringen Autogramme und ließen sich mit ihren Fans ein um das andere Mal fotografieren, als die Siegerehrung schon längst vorbei war.
Mit 149,5 m im ersten Durchgang sprang der Japaner Ito die größte Weite an diesem Sonntag. Mit soliden 144 m in zweiten Sprung sicherte er sich Rang 3. Roman Koudelka aus Tschechien sicherte sich Platz 2 /147,5 und 146,5 m). "Man of the day" und damit um 2000 Euro Prämie reicher wurde als bestplatzierter Qualifikant Peter Prevc (4.; SLO). Zwei Norweger (Bardal und Rune Velta auf 10), zwei Japaner (neben Ito noch Taku Takeuchi) und zwei Deutsche, aber nur ein Österreicher unter den ersten Zehn, ein ungewöhnliches Ergebnis in dieser Saison. Vervollständigt wurde die Liste der zehn Besten durch Kamil Stoch (POL) auf Platz 5. Der Sieger in der Qualifikation am Freitag, der Schweizer Simon Ammann landete auf Platz 12. Und Publikumsliebling Noriaki Kasai, der mit seinem dreißigsten Wettkampf in Willingen ein kleines Jubiläum feierte, verpasste als 32. Den zweiten Durchgang nur ganz knapp.
Die 11.500 Zuschauer an der Mühlenkopfschanze sahen erneut einen spannenden Wettkampf bei guten äußeren Bedingungen. Während sich Bardal ("Besser konnte es nicht laufen."), Koudelka ("Ein guter Wettbewerb, zwei gute Sprünge.") und Ito ("Es gefällt mir in Willingen.") sehr zufrieden zeigten, war die Enttäuschung bei den Österreichern groß. Thomas Morgenstern ("Willingen war eher durchwachsen. Aber egal, Kopf hoch und weiter nach Klingenthal.") und Gregor Schlierenzauer ("Heute war nicht mein Tag. Die Anfahrtsgeschwindigkeit hat gepasst, die Weite weniger. Am Mittwoch greife ich wieder an.") haben aber die Hoffnung auf die Titelverteidigung der Team Tour noch nicht aufgegeben, obwohl sie nach der ersten Station nur auf Platz 4 stehen. Zweite der Gesamtwertung sind hinter den führenden Norwegern die Japaner, auf Platz 3 rangiert das deutsche Team. Das dürfte bei den beiden nächsten Stationen in Klingenthal und Oberstorf noch einen spannenden Wettkampf zwischen diesen vier Mannschaften geben.
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