Donnerstag, 17. Mai 2012 | Internetzeitung
 
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400 Fragen

Bei Jauch hätte Wulff es leichter

Berlin (24PR-ebb). Die Welt ist nicht gerecht! Bei Jauch muss man nur 15 Fragen richtig beantworten und bekommt eine Millionen Euro. Unser BP hingegen muss 400 Fragen richtig beantworten, damit er seinen Job behalten kann.

Unklar ist auch, ob er, wie bei «Wer wird Millionär», Joker zur Verfügung gestellt bekommt. In diesem Falle könnte er 50% der deutschen Bevölkerung anrufen, hätte aber damit gleich drei Joker auf einmal eingesetzt.Wobei fraglich ist, ob er nach seinen unglücklichen Anrufen bei der Presse überhaupt noch jemals zum Telefonhörer greift.

Das Bundespräsidialamt soll bereits auf das verlässlichere Morsealphabet umgestellt haben. In den Kellern von Schloss Bellevue wird verzweifelt nach Buschtrommeln gesucht, die vielleicht irgendein Vorgänger von Wulff von einer Auslandsreise mit zurück gebracht hat.

Bis die Medien derart übermittelte Botschaften entschlüsselt haben, dürfte die Amtszeit von Wulff zweimal vorbei sein und er hätte sein Ziel erreicht.

Aber ich war ja noch bei den 400 Fragen.

Ich kann mir gar nicht vorstellen, welche Inhalte mit diesem Fragentsunami alle abgedeckt werden. Sicherlich gehören die Fragen nach räumlicher und zeitlicher Orientierung von Wulff genauso dazu, wie die Fragen nach den Zeitpunkten des Spracherwerbes, des Durchbruches des ersten Zahnes und der hygienischen Sauberkeit. Auskünfte über eventuelles Bettnässen, Schlafwandeln und Nägelkauen sind zwingend erforderlich, um frühkindliche Störungen auszuschließen. Nicht zu vergessen, das nächtliche Verhalten während der Pubertät und das genaue Datum des Verlustes der «Jungfräulichkeit».

Ich kann mich nicht daran erinnern, wann ein Mensch jemals gezwungen war, sich dermaßen zu entblößen, von der dunklen Zeit der deutschen Geschichte einmal abgesehen.

Naja, Guantanamo gehört auch in diese Kategorie. Die Inquisition fällt mir da gerade auch noch ein. Das wäre es noch, dass jemand auf die Idee kommt, die hochnotpeinliche Befragung zum Einsatz zu bringen.

Warum ihn nicht einfach in die Spree werfen? Geht er unter und ertrinkt, hat er die Wahrheit gesagt. Schwimmt er trotz Betonklötzen um den Hals, gehört er auf den Scheiterhaufen.

Wenn mir jemand so «auf den Pelz» rücken sollte, würde ich den guten, alten Götz von Berlichingen zitieren und fröhlich meiner Wege gehen.

Tags: Jauch Wulff Bundespräsident Schloss Bellevue Kultur Glosse Fragenmillionäre Hochnotpeinlichkeit

 
 
 

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